
Heute Abend wird im Klingspor Museum in Offenbach am Main eine ungewöhnliche Ausstellung eröffnet. Zu sehen ist erstmals der komplette Nachlass der Skizzen- und Malerbücher des Buchkünstlers, Malers und Autors Paul Stein (1949 bis 2004).
In Zusammenarbeit mit der Goethe Universität Frankfurt am Main zeigt die Exposition neunzig Bücher, das Herzstück des Oeuvres; Tagebücher, die in einer Mischung aus Zeichnung, Malerei, Texten und den verwendeten Materialien nicht nur persönliche, sondern auch zeitgeschichtliche Dokumente sind.
Paul Stein verkörpert die Buchkunst der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, er lieferte zu seiner Zeit wichtige Impulse für Eigenleistungen eines Buchkünstlers unabhängig von Pressendrucken. Das Unikat gewinnt an Einfluss.
In zehn Vitrinen werden Bücher zu den Themen Landschaft, Tiere, Sport, Mosel(kern), Musik, Frauen, Familie, Zeichen und Symbole, Kunst und Technik sowie Tod ausgestellt.
In zwei Vorräumen zur Exposition sind außerdem fünf Malereien auf Holz und zwei auf Leinwand zu sehen.
„Der Nachlass Paul Steins, der unserem Museum 2006 gestiftet wurde, ist ein großer Schatz für das Haus“, unterstreicht Dr. Stefan Soltek, Leiter der Klingspor-Sammlungen von Buch- und Schriftkunst.
Bei einem Besuch von Dr. Viola Hildebrand-Schat vom Kunsthistorischen Institut der Goethe-Universität mit ihren Studenten im Klingspor Museum im letzten Jahr entstand die Idee zur Ausstellung. Durchschnittlich 15 Studierende erarbeiteten in zwei Semestern den Katalog, der eine Enzyklopädie beinhaltet. Dafür und für die Gestaltung der Ausstellung betrachteten sie fast 20.000 Seiten des umfangreichen Werkes von Paul Stein. „Diese einmalige Kooperation ist ein Ausdruck wahrhaft praxisorientierter Geisteswissenschaften“, betont Viola Hildebrand-Schat.
Der vom Klingspor Museum herausgegebene umfangreiche Katalog, sorgfältig gestaltet von Ethel Strugalla, hat eine Schraubbindung und ist damit erweiterbar. Das Museum wird zusätzliche Seiten ab 2012 auf seiner Homepage ankündigen.
Die Ausstellung ist bis zum 25. April 2010 zu sehen und wird von einem Rahmenprogramm, das auch mehrere Workshops beinhaltet, begleitet.
JF