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Die zehn besten Krimis im Juni / Petros Markaris führt die Liste an

Im Juni präsentiert sich die KrimiWelt-Bestenliste besonders international: 1. Platz ein Grieche (Petros Markaris: Der Großaktionär), 2. Platz ein in den USA lebender Ire (Michael Collins: Schlafende Engel), 3. Platz ein Finne (Matti Rönkä: Der Grenzgänger), 4. Platz zwei US-Amerikanerinnen…

Die komplette Liste für Juni:

1. (7) Petros Markaris: Der Großaktionär. Diogenes
Athen/Kreta: Terror überall. Vor Kreta kapern rechte Terroristen ein Kreuzfahrtschiff mit Kommissar Charitos’ Tochter, in Athen werden Werbeleute in Serie umgenietet. „Keine TV-Werbung mehr“ fordert ein Erpresser, die Bosse sind im Aufstand, und Charitos steckt im Stau. Charitos zum Vierten: witzig, renitent, satirisch.

2. (-) Michael Collins: Schlafende Engel. btb
Kleinstadt in Indiana: Nur die Hoffnung auf Footballstar Kyle hält das sterbende Kaff lebendig. Als er ein Mädchen überfährt, tun sich Polizist Lawrence, Polizeichef und Bürgermeister zusammen. Dem Hoffnungsträger darf nichs geschehen. Halluzinatorisch dunkles Amerika. Üble Intrige. Fulminantes Deutschlanddebüt.

3. (3) Matti Rönkä: Der Grenzgänger. Grafit
Helsinki/Tallinn /Sortavala: Viktor Kärppä ist Russe in Finnland. Sein Beruf: Grenzgänger – zwischen den Nachbarländern, zwischen Gesetz und Geschäft, zwischen Familienverpflichtung und Freundschaftsdienst. Frische Luft aus Finnland: Ein klassischer Privatdetektiv in zeitgenössischem Schlamassel.

4. (2) Peter Temple: Kalter August. C. Bertelsmann
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Vom Morddezernat beurlaubt, macht er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ein Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.

5. (10) P.J. Tracy: Memento. Wunderlich
Minneapolis/Dundas County: Winterspaß mit bösem Ende. Im schönsten Schneemann steckt die Leiche eines Polizisten. P.J.Tracy, das Mutter-Tochter-Duo, serviert diesmal eiskalt eine böse Geschichte von misshandelten Frauen, die die Gerechtigkeit in die eigene Hand nehmen – wo bekämen sie sie in Minnesota sonst her?

6. (-) Kate Atkinson: Liebesdienste. Droemer
Edinburgh im Taumel: Festivalsommer. Kleine Ursache: Aus einem Auffahrunfall wird eine Schlägerei, und daraus ein Reigen aus Mord und Einschüchterung. Atkinson tänzelt durch die Konventionen: Der Detektiv wird immer mit der Tatwaffe erwischt, der Kriminalschriftsteller begreift nix. Fein, überraschend, vielstimmig.

7. (4) David Peace: 1980. Liebeskind
Manchester/Yorkshire: 13 Frauen hat der Yorkshire Ripper umgebracht. Panik. Peter Hunter, Polizei Manchester, soll die Ermittlungen von Yorkshire überprüfen. Rivalität, Hass, Neid. Als Hunter auf Spuren zu Ex-Polizisten stößt, brennt sein Haus. Band 3 des Red-Riding-Quartetts: Winterdunkel, Mord und Lügen. Mehr!

8. (8) Rainer Gross: Grafeneck. Pendragon
Buttenhausen bei Reutlingen: In einer schwer zugänglichen Höhle stößt Lehrer Mauser auf einen mumifizierten Leichnam. Bald verdichtet sich die Befürchtung zum Albtraum: Sein Vater, ein anständiger Mann, könnte der Mörder gewesen sein. Erzählung um Schuld und Rache. Dort, wo die Nazis ihre erste Gaskammer betrieben.

8. (-) Stieg Larsson: Verdammnis. Heyne
Stockholm/Västergötland: Lisbeth, Mathegenie, Einzelkämpferin und Psychiatrieopfer, steht im Zentrum einer Verschwörung aus Geheimpolizei und organisiertem Verbrechen. „Verblendung“, „Verdammnis“ – wie wird der letzte Band von Larssons Trilogie heißen? Eine ungebärdige Stimme übers Grab hinaus: Stieg Larsson starb 2004.

8. (9) Elmore Leonard: Callgirls. Goldmann
Detroit: Alle warten auf den Tod des alten reichen Mannes. Das Callgirl, der Hausdiener, die Kinder. Als er dann umgelegt wird, kriegt jeder Seins – und keiner das, womit er gerechnet hatte. Herrlich verschrobenes, ultrawitziges, altersböses Spätwerk des mit 80 immer noch bissigen Elmore Leonard.

DieJuni-Ausgabe der KrimiWelt-Bestenliste wird auch im NordwestRadio (heute live mit Jurysprecher Tobias Gohlis zwischen 8:05 und 9:00 Uhr und am So. in der „Literaturzeit“ zwischen 15:00-16:00 Uhr), unter www.arte.tv/krimiwelt mit Kommentaren des Jurysprechers, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Infos zu Büchern und Autoren („Krimiautoren A-Z“) sowie in der Literarischen Welt vorgestellt.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

Und dass das Krimi-Genre ebenso global ist wie das Verbrechen selbst – das lässt sich auch im Themenheft „Krimi International“ der Fachzeitschrift „Der Deutschunterricht“ (2/2007) nachlesen. Die Beiträge von Literaturkritikern und -wissenschaftlern beschäftigen sich mit dem österreichischen, italienischen, französischen, angloamerikanischen, türkischen und russischen zeitgenössischen Kriminalroman sowie mit dem Krimi als globaler Erzählform und beruhen auf Vorträgen, die bei einer Tagung der Ev. Akademie Iserlohn 2006 gehalten wurden.

Auch in diesem Jahr wird wieder (17.-18. Juni) eine solche Tagung von Literaturkritikern und -wissenschaftlern zum Thema „Mord(s)-Geschichte(n) – Der Kriminalroman und die Rätsel der Vergangenheit“ stattfinden.

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