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Moskauer Autorin Elena Tregubova cancelt Deutschland-Lesungen und ist untergetaucht

Die Moskauer Journalistin Elena Tregubova sollte heute mittag in Hamburg landen

Elena Tregubova

und heute abend, am 12. Dezember, in der Buchhandlung von Manfred Keiper, der anderen buchhandlung in Rostock, ihr Buch „Die Mutanten des Kreml“ (Tropen Verlag) vorstellen und sich den Fragen von Presse und Publikum zur Situation in Russland stellen.

„Heute um 5:38 Uhr Moskauer Zeit hat sich Elena Tregubova gemeldet und mitgeteilt, dass sie sich versteckt hält und aus Sicherheitsgründen nicht nach Deutschland kommen wird“, mailt Manfred Keiper gerade an buchmarkt.de. „Wir können von hier aus nicht beurteilen, inwieweit das Leben von Elena Tregubova in Gefahr ist. Es gibt gegenwärtig keine Möglichkeit, mit ihr direkten Kontakt aufzunehmen, aber ihre Angst ist offenkundig berechtigt. Es hatte seit Donnerstag vergangener Woche keinen Kontakt mehr mit ihr gegeben, sie hatte weder auf Telefon noch Mail reagiert. Wir können auch nicht beurteilen, durch wen sie bedroht ist, wie auch immer noch unbekannt ist, wer hinter den Morden an Anna Politkowskaja und Alexander Litwinenko steht. Aber der Zusammenhang ist offenkundig.“

Elena Tregubova hat im Januar 2005 nur per Zufall ein Bombenattentat vor ihrer Wohnungstür fast unbeschadet überstanden. Im zweiten Teil ihres Buches schildert sie die Vorgänge sowie die Ermittlungen danach, die symptomatisch sind für die gegenwärtigen Vorgänge, die wir nach den Attentaten auf Politikowskaja und Litwinenko registrieren können.

Auch eine Veranstaltung in Hamburg ist abgesagt, wie Michael Rittendorf informiert. „Eigentlich sollte morgen eine Lesung der russischen Autorin Elena Tregubova in der Hamburger Galerie 14 Dioptrien stattfinden. Heute morgen bekam ich eine Mail vom Tropen-Verlag aus Berlin. Statt der Lesung soll nun morgen eine Diskussion zur aktuellen politischen Lage in Russland stattfinden, bei der auch der Verleger des Tropen-Verlages, Tom Kraushaar, anwesend sein wird. Mir ist so etwas in meiner langjährigen Lese- und Veranstaltungspraxis noch nicht passiert. Ich habe Verständnis für Elena Tregubova, die sich ja in einer gefährlichen Situation befindet, da schon einmal ein Brandanschlag auf ihre Wohnung verübt wurde.“

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