
In Demokratie am Limit? will Raschke aufzeigen, wie sich politisch rechte Erklärungsmuster schleichend in der gesellschaftlichen Mitte etabliert haben und warum diese Entwicklung die Demokratie weit stärker gefährdet, als es der Blick auf die AfD allein vermuten lässt.
Das Sachbuch soll nach eigener Beschreibung aber nicht nur Diagnose, sondern auch ein Aufruf zum Handeln sein. Deshalb enthält es auch konkrete Wege, wie demokratisches Engagement jenseits von Wahlkreuz, einmaliger Demonstration und kurzfristiger Empörung aussehen kann.
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Bei Raschke ist Vorsicht geboten: Wenn alle so dächten wie der Autor, dann wäre die Demokratie nämlich wirklich am Limit. Denn demokratische Vielfalt kennt er nicht – im Gegenteil. So gelten Manuel Ostermann (stellv. Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft), Wolfgang Bosbach und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für ihn als rechtsradikal – Ostermann sogar ein „rechtsradikaler Hassprediger“. Mit Verlaub: Sind das Worte eines Demokraten, der andere politische Haltungen respektiert? Nein.
So ist auch Raschkes Analyse im Buch einseitig, verkleidet sich aber als Verteidigungsschrift für die Demokratie, die schon per Definitionem vielseitig ist. Natürlich ist Raschke kein Linksextremer oder Gutmensch, wie seine Gegner ihn wiederum benennen. Aber im Endeffekt sind diese Bezeichnungen von Raschkes Gegner lediglich ein Spiegel seiner eigenen Rhetorik. Er hat nämlich kein Problem damit, andere Demokraten als Extreme zu bezeichnen. Nahezu obsessiv ist es, wie Raschke sich an Merz abarbeitet – auch in diesem Buch.
Raschkes ganzer Habitus ist alles andere als geeignet, vermeintliche Demokratiefeinde wieder in die demokratische Mitte zurückzuholen. Seine selbstgerechte Schnodderigkeit, seine moralinsauren bis lakonischen Urteile über jeden, der nicht seine Meinung vertritt, führen eher zu Trotz- und Gegenreaktionen und zur Vertiefung gesellschaftlicher Spaltungen. Der Demokratie ist damit nicht geholfen. In seinem Hang zur Verallgemeinerung und populistischen Zuspitzung erinnert er einen zudem oft an das kommunikative Gebaren der AfD.