"Ich denke, es hätte einen öffentlichen Diskurs gebraucht, der ein Ernstnehmen seiner Kritik erkennbar macht" Harbour Front: Auch Franziska Gänsler zieht Nominierung für Klaus-Michael Kühne-Preis zurück

Franziska Gänsler (© Linda Rosa Saal)

Nachdem Anfang letzter Woche bereits Autor Sven Pfizenmaier (Draußen feiern die Leute, Kein & Aber) seine Teilnahme am Debütantensalon des Harbour Front-Festivals abgesagt hatte, weil sich der Preis-Stifter Klaus-Michael Kühne „aktiv dagegen wehrt, die NS-Historie seines Unternehmens aufzuarbeiten“, hat sich nun auch Franziska Gänsler (Ewig Sommer, ebenfalls Kein & Aber) entschieden, ihre Nominierung für die Vergabe des Klaus-Michael Kühne-Preises zurückzuziehen. Dies ist ihr Statement:

„Ich habe mich sehr über die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis gefreut und hätte gern auf dem Harbour Front Festival Hamburg gelesen. Events und Preise dieser Art sind wertvoll und für uns Schreibende auch eine wichtige Einnahmequelle.

Mich hat der Rückzug des mitnominierten Autors Sven Pfizenmaier und die darauf folgende Reaktion sehr beschäftigt. Ich denke, es hätte einen öffentlichen Diskurs gebraucht, der ein Ernstnehmen seiner Kritik erkennbar macht und zeigt, dass es das Anliegen der Stiftung ist, genau das zu fördern – kritische literarische Stimmen. Leider zeigt die Reaktion für mich, dass dies nicht gegeben scheint. Unter diesen Umständen weiter auf die Auszeichnung zu hoffen, erscheint mir, unabhängig von der finanziellen Komponente, wie ein Wegsehen, das ich nicht gut mit mir und meinem Schreiben vereinbaren kann.

Daher ziehe auch ich meine Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis zurück.“

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