Gestorben Etel Adnan

Etel Adnan © Felix Gruenschloss

Gestern, am 14. November, ist Etel Adnan im Alter von 96 Jahren in Paris verstorben. Die Edition Nautilus trauert um eine große Dichterin, Schriftstellerin, Philosophin und Malerin.

„Wir sind sehr traurig und mit den Gedanken besonders bei ihrer Lebensgefährtin Simone Fattal.“
Hanna Mittelstädt als ihre langjährige Verlegerin und Freundin und ihre Übersetzerin Klaudia Ruschkowski schrieben in einer Mitteilung: „Sie war eine Reisende, eine Entdeckerin, eine Künstlerin im allumfassenden Sinn des Wortes. Es ist nun an uns, den Frühling weiterhin mit ihr zu teilen. Wir werden die Orte ihres Universums aufsuchen, die in der Welt verstreut sind. Und sie wird mit uns reisen, spürbar und frei.“
Etel Adnan war eine wahre Kosmopolitin: In Beirut 1925 als Tochter einer christlichen Griechin aus Smyrna und eines muslimischen Syrers aus Damaskus geboren, lebte sie im Libanon, Paris und Kalifornien. Ihren großen künstlerischen Durchbruch erlebte sie 2012, 87-jährig, auf der dOCUMENTA (13), wo sie ihre Werke in einem eigenen Raum zeigte. Seitdem sind ihre Bilder weltweit in Ausstellungen der wichtigsten Museen und Galerien zu sehen. Gerade würdigt das Centre Pompidou Metz ihr Werk mit der Ausstellung ‚Écrire, c’est dessiner‘. In dieser Woche, am 18. November, wird ihr in der Kunsthalle Hamburg der mit 10.000 Euro dotierte Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg verliehen.
Neben ihrem bildnerischen Werk hat sie zahlreiche Bücher veröffentlicht. Zuletzt erschienen in der Edition Nautilus Zeit (2021) und der Band Sturm ohne Wind mit Gedichten, Prosa, Essays und Gesprächen, herausgegeben 2019 von Hanna Mittelstädt und Klaudia Ruschkowski.
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