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Lion-Feuchtwanger-Preis für Edgar Hilsenrath

Der Schriftsteller Edgar Hilsenrath erhält den Lion-Feuchtwanger-Preis. Mit diesem Stiftungspreis für historische Prosa honoriert die Akademie der Künste die literarische Gesamtleistung des großen deutschsprachigen Autors.

Edgar Hilsenrath

In der Begründung der Jury heißt es: „In seinem Werk, das in Deutschland zu lange zu wenig Beachtung fand, gelingt es dem Preisträger meisterlich, seine Leser in die Geschichte des 2. Jahrtausends mitzunehmen, in deren katastrophischen Kern ihn seine eigene Biographie führte. Sein Erzählen begreift den einzelnen als Ausgangspunkt aller Geschichte und gibt jedem individuellen Schicksal seine Würde zurück. Schreiben im Geist der Aufklärung, dies war und ist, ganz im Sinne Lion Feuchtwangers, das Anliegen und die Kunst Edgar Hilsenraths.“

Der Jury gehören Peter Gosse, Robert Menasse und Norbert Miller an. Die Preisverleihung findet am 27. November in der Akademie der Künste statt. Die Laudatio hält Robert Schindel.
Der von Marta Feuchtwanger gestiftete Preis ist mit 7.500 € datiert. Er wird an Autoren historischer Prosa verliehen.

Edgar Hilsenrath, geboren am 02. April 1926 in Leipzig, flüchtet mit seiner Mutter und seinem Bruder im Sommer 1938 zu den Großeltern nach Rumänien. Die Familie wird im Oktober 1941 nach Transnistrien in das Getto Moghilev-Podolsk deportiert. Hilsenrath überlebt und wandert 1945 nach Palästina und 1951 nach Amerika aus. Dort lebt er bis 1975 und siedelt dann endgültig nach Deutschland über. Edgar Hilsenrath lebt bis heute in Berlin. Seine deutsche Muttersprache ist immer auch seine Dichtersprache geblieben: „Ich habe mich in die deutsche Sprache verliebt. Diese Liebe hat gehalten bis heute.“

Die Werke Hilsenraths: die Romane Nacht, Der Nazi & der Friseur, Jossel Wassermanns Heimkehr, Fuck America – Bronskys Geständnis, Moskauer Orgasmus, Das Märchen vom letzten Gedanken, Die Abenteuer des Ruben Jablonsky, die Satiren Zybulsky oder Antenne im Bauch. Seine Glossen und verstreut veröffentlichte Erzählungen erscheinen seit 2003 als Werkausgabe im Dittrich Verlag. Die Weltauflage seiner Bücher beträgt über fünf Millionen Exemplare. Die größten Erfolge feierte er mit den Romanen Nacht und Der Nazi & der Friseur.

Edgar Hilsenrath erhielt für sein Schaffen bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Alfred-Döblin-Preis (1989), den Heinz-Galinski-Preis (1992), den Hans-Erich-Nossack-Preis (1994), den Jacob-Wassermann-Preis (1996) und den Hans-Sahl-Preis (1999).

Weitere Informationen zu Edgar Hilsenrath erhalten Sie unter http.//www.dittrich-verlag.de

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