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Berliner Bücherinseln erklären wie ein Buch entsteht

Ein gelungener Auftakt: Gestern Abend wurden in der Staatsbibliothek zu Berlin die 4. Berliner Bücherinseln [mehr…] eröffnet. Ulrike Nickel, Geschäftsführende Vorsitzende des Vereins kulturkind und Initiatorin der Veranstaltungsreihe, freute sich über einen voll besetzten Saal.

Kirsten Boie, Ulrike Nickel (v.l.)

Unter dem Motto Kinder entdecken Bücher haben ab heute wieder überall in der Stadt Grundschulklassen die Möglichkeit, mit Autoren, Illustratoren und Übersetzern über ihre Arbeit zu sprechen und mehr darüber zu erfahren, wie Bücher überhaupt entstehen. Bis zum 15. Juni sind sie eingeladen, Bücherorte wie Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlage, Druckereien und Ateliers zu besuchen. In einer Gesprächsrunde gaben die Übersetzerin Maike Blatnik, die Autoren Tobias Elsäßer und Jens Sparschuh sowie die Illustratorin Sabine Wilharm schon einmal einen kurzen Ausblick auf das, was die Kinder erwartet.

Für Kirsten Boie, die in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat, sind die Bücherinseln ein Glücksfall. Initiativen wie diese seien heute dringend gefordert, denn sie würden auch solchen Kindern, denen das Lesen nicht schon zu Hause in der Familie nahegebracht wurde, einen neuen, spannenden Zugang dazu zu verschaffen, sagte sie. „Die Kluft zwischen denen, die durch Engagement des Elternhauses schon vor der Schulzeit ihren Vorsprung erwerben und denen, deren Eltern ihnen eben das nicht mitgeben können, wird breiter. Und dieser Vorsprung ist kaum mehr aufzuholen, die Schule allein ist mit der Aufgabe überfordert, egal wie sehr sie sich bemühen mag.“

Unter den Gästen des Abends war auch Juan Mayr Maldonando, der Botschafter Kolumbiens. Sein Land ist in diesem Jahr Ehrengast der Bücherinseln. Mit dem internationalen Programmschwerpunkt will Ulrike Nickel das Kennenlernen anderer Kulturen fördern und dazu anregen, der Begegnung mit einer bislang wenig bekannten Kultur aufgeschlossen gegenüberzutreten. Erwartet werden die Autorin Gloria Cecilia Díaz und der Illustrator Daniel Gómez Henao.

Kolumbien habe kreative und innovative Aktivitäten zur Leseförderung zu bieten, so Ulrike Nickel. Davon konnte sie sich im vergangenen Jahr selbst überzeugen. Auf Einladung der Deutschen Botschaft und des Goethe-Instituts stellte sie in Bogotá ihre Berliner Bücherinseln vor. So viel Engagement wirkt ansteckend: In Kolumbien werden nun die Bücherinseln Bogotá in Kooperation mit Fundalectura, einer Stiftung zur Leseförderung, umgesetzt.

Den Büchertisch bestückte gestern Abend Mariela Nagle von der internationalen Kinderbuchhandlung mundo azul, die auch das internationale Programm der Bücherinseln mit betreut.

Das Programm der Berliner Bücherinseln: www.berliner-buecherinseln.de/programm-2012.

ML

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