Vom 24.8. bis zum 30.8. dauerte das erste Fellowship-Programm, das Publishing Scotland unter dem Vorsitz von Marion Sinclair mit finanzieller Unterstützung von Creative Scotland durchgeführt hatte. Heyne Cheflektor Markus Naegele hatte hier schonen einen Halbzeitbericht „gesendet“ [mehr…] – hier weitere Fotoimpressionen von dem Programm, das im nächsen Jahr wiederholt werden soll.
Acht Lektoren aus sechs verschiedenen Ländern waren diesmal auf Empfehlung von Verlegern und Agenten eingeladen, für eine Woche die schottische Verlagslandschaft kennenzulernen. In der Zukunft können sich ausländische Verleger und Lektoren um einen Platz für das Fellowship bewerben.

Unter dem Motto „Building Bridges“ gab es bei der ersten Runde täglich diverse vierzigminütige Treffen mit Verlegern und Literaturagenten, zeitweise in Hotelkonferenzräumen, zeitweise bei Verlagen wie Canongate in Edinburgh oder Freight in Glasgow. Da in Edinburgh zeitgleich das Edinburgh International Book Festival, das mit fast 800 Events größte Literaturfestival seiner Art weltweit, stattfand und dort die meisten Verlage und Agenten ansässig sind, war die Stadt auch so etwas wie die Home Base der Fellows.
Am ersten Abend gab es ein Kennenlern-Dinner mit Blick auf die berühmten Forth Bridges, der zweite Tag stand im Zeichen von Meetings und dem Besuch des Festivals, auf dem zwei Fellows auf einem gutbesuchten Panel zum Thema „Translation Gap“ mitdiskutierten.
Ferner gab es Gelegenheit Autoren zu treffen und mit den Festival-Verantwortlichen zu diskutieren. Am dritten Tag gab es neben weiteren Meetings und einem Besuch des Canongate-Verlagshauses einen Ausflug nach Abbotsford zum Wohnhaus von Walter Scott, einem der meistgelesenen Dichter und Schriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts, wo zu einem großen Dinner in dessen Esszimmer geladen wurde. An Tag vier ging es mit dem Minibus nach Glasgow, wo neben weiteren Meetings (nebenan im Hotelkonferenzzimmer fanden die Miss Scotland Awards statt!) ein Besuch des aufsteigenden Independent-Verlags Freight Books auf dem Programm stand, bevor es mit dem Bus weiter nördlich in die Highlands nach Inverness ging, wo ein Dinner mit den Sponsoren und Unterstützern des Fellowships den Abend abschloss.
Am nächsten Tag gab es weitere Meetings, u.a. mit Sandstone Press. Nach dem Mittagessen wurde das Urqurat Castle am Ufer des Loch Ness besucht, bevor es zurück nach Inverness ging. Am letzten Tag stand die Rückfahrt nach Edinburgh auf dem Programm, wo der Nachmittag zur freien Verfügung war.
Abends trafen sich einige Fellows mit ihren neuen schottischen Verlags- und Agenturfreunden in Ian Rankins Stammkneipe auf ein paar Kaltgetränke. Neben den neugewonnenen Kontakten in die schottische Verlags- und Literaturszene bot das Fellowship die einmalige Chance, Verleger und Lektoren aus den anderen Ländern besser kennenzulernen, wie es auf Messen oder Kongressen kaum möglich ist. Unter dem Strich eine perfekt organisierte und mit viel Liebe zum Detail organisierte Veranstaltung, die sich für beide Seiten mit Sicherheit auszahlen wird.
Markus Naegele