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Cihan Acar erhält den Literaturpreis der Doppelfeld Stiftung

Cihan Acar(c) Robin Schimko
Der in diesem Jahr erstmalig vergebene Literaturpreis der Doppelfeld Stiftung für literarische Debüts geht an den Heilbronner Schriftsteller Cihan Acar für seinen Romanerstling Hawaii (Hanser Berlin). Dies teilt die Münchener Stiftung Literaturhaus, die den Preis gemeinsam mit der Doppelfeld Stiftung und der BMW Group auslobt, in einer Pressemitteilung mit.

Aus der Jurybegründung: „Hawaii ist in Heilbronn: In diesem Stadtteil, weitgehend von Türken bewohnt, ist Kemal aufgewachsen, der junge Held aus Cihan Acars Debüt Hawaii. Gerade musste er nach einem Unfall seine Karriere als Fußballstar beenden. Drei Tage und Nächte streift er durch die Stadt. In schnell geschnittenen Episoden folgen wir ihm durch die türkische Community, stehen bei Krawallen mit Rechten neben ihm auf der Straße oder auf der Gartenparty in der Villa des wohlhabenden Architekten. Mit wenigen Strichen gelingt es Acar, diese unterschiedlichen Milieus und ihre Menschen zu zeichnen.

Rasante Dialoge, zartfühlende Personenzeichnung und ein feiner Sinn für den Sound zwischen Schwäbisch und Türk-Deutsch zeichnen das Debüt von Cihan Acar aus. Alltäglicher Rassismus und Chancenungleichheit sind die hochaktuellen Themen, die Acar ebenso beiläufig wie markant in Szene setzt. Mit seinem jungen Helden Kemal hat er einen modernen Melancholiker erschaffen, der sich nach Zugehörigkeit sehnt – und doch weiß, dass er weder in der Halbwelt seines Viertels noch im bürgerlichen Heilbronn zwischen Weinberg, Kernkraft und Audi seinen Platz hat.“

Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und zeichnet deutschsprachige Debüts in den Genres Erzählung, Novelle oder Roman aus. Die Jurybesteht aus Vera Doppelfeld (Stifterin), Tanja Graf (Leiterin Literaturhaus München), Katrin Lange (Programm Literaturhaus München), Ijoma Mangold (Autor und Kulturkorrespondent im Feuilleton der ZEIT) und Michael Lemling (Buchhandlung Lehmkuhl).

Neben dem Hauptpreis werden beim Doppelfeld-Preis gewöhnlich zwei mit je 3.000 Euro dotierte Förderpreise vergeben. Aufgrund der aktuellen durch COVID-19 bedingten Belastungen für Autorinnen und Autoren, wie auch aufgrund der hohen Qualität der Shortlist-nominierten Bücher, wird der Förderpreis in diesem Jahr allen Shortlist-Autor*innen neben dem Träger des Hauptpreises zuerkannt: Dana von Suffrin für Otto, Nadine Schneider für Drei Kilometer, Raphaela Edelbauer für Flüssiges Land und Marina Frenk für Ewig her und gar nicht wahr.

 

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