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Steidl-Verlag in vorläufiger Insolvenz – Grass-Rechte nicht mehr in Göttingen

Wie vor einigen Tagen bekannt wurde, befindet sich der Göttinger Steidl Verlag in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Göttingen ordnete das Verfahren am 10. Juli auf Antrag eines Gläubigers an. Der Geschäftsbetrieb läuft unter Aufsicht eines vorläufigen Insolvenzverwalters weiter. Parallel sucht der Verlag nach Investoren, um eine Fortführung des Unternehmens zu ermöglichen.

Inzwischen hat der Verlag auch die weltweiten Verwertungsrechte am Werk von Günter Grass verloren. Wie die Günter und Ute Grass-Stiftung dem NDR bestätigte, liegen die Rechte nun wieder bei der Lübecker Stiftung, die Erbin der Urheberrechte des Literaturnobelpreisträgers ist. Vor dem 100. Geburtstag von Günter Grass am 16. Oktober 2027 dürfte das Interesse anderer Verlage an dem Werk entsprechend groß sein.

Steidl galt über Jahrzehnte als einer der renommiertesten unabhängigen Literatur- und Kunstbuchverlage Deutschlands und veröffentlichte unter anderem Werke von Günter Grass sowie zahlreiche internationale Autor:innen und Fotograf:innen.

2 Kommentare

  1. Die Nachricht von der vorläufigen Insolvenz des Steidl-Verlags habe ich mit Trauer und Erschütterung zur Kenntnis genommen.
    Gerhard Steidl war – und ist – ein literaturbegeisterter Büchermacher, nein ein Buchliebhaber. Ein gebundenes Steidl Buch ist immer etwas ganz Besonderes, einmal ganz abgesehen vom Inhalt. Egal ob Bram Stokers „Dracula“, in knallrotes Leinen gebunden, oder die liebevoll gestalteten Bücher der Irin Claire Keegan und viele andere – ein intellektuelles und zugleich haptisches Vergnügen. Und all das soll jetzt ein Ende haben? Das darf doch wohl nicht wahr sein!!!
    Ich bin sehr, sehr traurig und hoffe inständig, dass es weitergehen kann!!!
    Dieter Klug
    Wolfratshausen

  2. Wenn es einen Verlag gibt, der in Büchern die Kunst seiner Autoren in deren Sinn fortsetzt und damit diese vervielfertigt der Welt
    als deren gemeinsames Kunstwerk verbreiten kann, dann ist es der STEIDL! Leider kann ich dem Verlag nicht helfen, hoffe und glaube aber es wird Personen geben, die dieses leidenschaftlich umgesetzte Buchdruckerkunsthandwerk dieses Verlagers unterstüzen werden!

    Kurt-Michael Westermann
    Wien-Hamburg, Fotograf

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