
Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch.
Frankfurter Rundschau
„Gnadenlos abgründig“: andreas Meiers Das Zimmer (Suhrkamp) – ein Heimatroman der etwas anderen Art.
Erich Hackl Als ob ein Engel (Diogenes).
Letzte Seite: Ist einem Typen gewidmet, den wir uns wohl von nun an merken müssen: Radikalinsky Terry Jones will in Florida am Samstag in den USA eine Bücherverbrennung in Szene setzen. Genau am Tag der Anschläge auf New York. Und verbrennen will er natürlich den Koran. Gerichtsbekannt ist dieser durchgeknallte Pfaffe (der auch mal in Köln „gewirkt“ hat) übrigens schon länger: weil er einen falschen Doktortitel führte, durfte er eine Geldstrafe von 3000 Euro abdrücken. In Köln weiß man: „Der Mann leidet an seiner Macht- und Bedeutungslosigkeit“, so Sektenbeauftragter Andrew Schäfer. Das heißt im Klartext: Mit vernüntigen Mitteln ist er nicht von seinem Irrsinn abzuhalten.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Wer erfindet einen Islam light?“ Die FAZ sprach mit dem Karikaturisten Kurt Westergaard, der gestern den Medienpreis von Angela Merkel bekam. Sein Potsdamer Hotelzimmer war das bestbewachte der Welt. Sogar auf dem Bett saß ein Leibwächter. Doch Westergaard bleibt tapfer und witzig. Am Schluss antwortet er auf die Frage, was er als nächstes machen werde: „Oh wie ein Freund neulich sagte: wir warten jetzt auf das Musical zu dieser ganzen Affäre.“
Auch hier jetzt Campe Preis für Elke Heidenreich
„Achtung Sprachfalle!“: In Die Ordnung des Unbekannten (Matthias&Seitz) erforscht Florian Borchmeyer „in einer ausgefeilten Studie“ die vielen Veränderungen, die Amerikas Entdeckung im Denken und Handeln bewirkt hat.
„Adam Thirlwell amüsiert sich königlich“: Der Amerikaner, der nun zusammen mit Daniel Kehlmann in Berlin seinen zweiten Roman Flüchtig (Fischer) vorstellte, hat Spaß an ausgetüftelten Roman-Konstruktionen.
Außerdem hat die FAZ Eric Schmidt zum Gespräch gebeten, der zur Zeit auf der IFA weilt. Er steht zwar „in einer strategischen Schlacht“ mit den sozialen Medien, preist dafür aber seine Vision von einem Computer der für uns denkt und für uns Entscheidungen trifft. Fragt sich nur wer am Ende hinter den Computern steht. Im letzten Satz kündigt Schmidt erneut an, dass Google an einem Tool entwickele, mit dem die Verleger Geld verdienen könnten, man rede gerade mit amerikanischen und europäischen Verlegern darüber.
Süddeutsche Zeitung
„Der Tag, an dem ich Thilo Sarrazin das Geheimsnis der jüdischen Intelligenz verriet“: eine schöne Satire von Leon de Winter.
Reinhart Kosseleck Von Sinn und Unsinn der Geschichte (Suhrkamp) – der letzte Band seiner Abhandlungen ist erschienen.
Arnt Cobbers, Oliver Jahn Prefab Houses (Taschen).
Volker Harry Altwasser Letztes Schweigen. Ein Abwrackroman (Matthes & Seitz).
Die Welt
„Man ist, wofür man sich hält“: Doron Rabinovicis Roman Andernorts (auch für den Buchpreis nominiert) sei wunderbar leichter Roman (Suhrkamp).
Uwe Wittstock kommentiert die Buchpreis-Liste als Buchpreis der Unbekannten. Die Vorstellung die Jury könnte ein bestes deutsches Buch ermitteln sei zutiefst albern. Vielleicht gehe es ja gar nicht um das beste, sondern um das entdeckenswerteste Buch des Jahres.
„Ware die Schlacht um Marathon nur ein Scharmützel?“: Einige Titel hinterfragen bisherige Selbstverständlichkeiten der antiken Geschichtsschreibung:
> Elke Stein-Hölkeskamp: u.a.: Erinnerungsorte der Antiike}, (erscheint am 15. September)
> Wolfgang Will: Die Perserkriege, beide C.H.Beck