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Brockhaus Commission zum 60.: Steht Buchhandel vor der nächsten Revolution?

Mit einem schlichten gettogether in Kornwestheim hat die Brockhaus Commission am Freitag zum 60. Jubiläum der Auslieferung geladen. „Rauschende Feste passen nicht in die

Matthias Heinrich: Alle Best(s)eller in einem Buch

Zeit, in der zahlreiche Mitarbeiter in großen Buchhandlungen entlassen werden. Wir feiern in einem Umfang, der es zulässt, aus unternehmensethischer Sicht erhobenen Hauptes aus der Veranstaltung herausgehen können“, sagte Gastgeber Matthias Heinrich.

Doch mit einer wirklichen Nachricht rückte der Geschäftsführer des Kornwestheimer Unternehmen erst kurz vor Schluss der Veranstaltung heraus. Brockhaus hat eine Best-of- Vorschau mit den Best(s)ellbuch seiner 70 Partnerverlage herausgegeben. „Dieses Buch wollen wir den Chefeinkäufern der großen Buchhandlungen persönlich übergeben, so dass sie über alle Verlage, die wir ausliefern, Vorschläge erhalten, welche Bücher auch bei ihnen laufen könnten“, sagte Heinrich.

Arnd Roszinsky-Terjung: Outsourcing ist das Thema
des Buchhandels in den nächsten zehn Jahren

Key-Note-Sprecher war Buchconsult Arnd Roszinsky-Terjung. Der Mitgründer des BuchmarktFORUMs wagte eine Prognose in die Zukunft, wohin der Weg im Buchhandel geht. Nach einem Rückblick auf die wichtigsten Stationen in der Geschichte immer weiter sich verschlankender Prozesse im Buchhandel vertat er die Ansicht, dass „die nächsten Jahre durch Outsourcing und Vereinfachen gekennzeichnet sein werden“. Roszinsky-Terjung zeigte sich überzeugt, dass der Buchhandel seine Wachstumsgrenzen erreicht habe. „Buchhandlungen müssen die Komplexität ihres Geschäftes reduzieren“, sagte er. Derzeit entstehe ein neuer Typus von Buchhandlungen, so Roszinsky-Terjung und wörtlich: „Nicht Fläche, sondern Kunden spielen die erste Rolle.“ Die könnten aber nur gut bedient werden, wenn die Logistik dahinter outgesourct werde, darin liege für Roszinsky-Terjung die Revolution im Buchhandel, die die Branche in den nächsten zehn Jahren bewegen werde.

Der Geschäftsführer der Synergetic AG, Markus Krämer, die für Brockhaus die elektronische Logistik organisiert, fasste noch einmal die Wege zusammen, die der E-Content zukünftig von Verlag zum Kunden geht. Dabei stellte er kritisch die Frage, wie die Buchpreisbindung auch auf elektronischen Content angewendet werden könne. Krämer geht davon aus, dass nach 2013 die Schwelle zum Massenmarkt beim E-Book durchbrochen werde. „Diejenigen, die frühzeitig in diesen Markt einsteigen, werden belohnt, weil jeder weitreichende Erfahrungen sammeln muss“, so Krämer.

Dass die Druckauflagen der Verlage in Zukunft immer kleiner werden, davon geht Dr. Moritz Hagenmüller, Geschäftsführer bei Books on Demand (BOD) aus. Er stellte die Wandlungen im Geschäftsmodell von BOD dar. BOD habe im letzten halben Jahr innerhalb von 1,13 und 1,66 Tagen Bücher drucken und ausliefern können. Inzwischen lägen bei BOD über 104 000 Titel auf der Datenbank. „Inhalte werden zunehmend als E-Books gelesen, die Zahl derjenigen, die es auch als gedrucktes Buch im Regal stehen haben wollen, nimmt weiter ab“, sagte er. Darin sehe er weitere Wachstumspotenziale für BOD.

Anschließend stellten sich einzelne Abteilungen von Brockhaus Commission vor und zum Abschluss wurde zur Werksführung geladen. Deutlich wurden vor allem die hohe Bereitsschaft zu kommunizeieren und flexibel auf den Markt zu reagieren.

Immerhin bei aller schwäbischen Bescheidenheit: Die 70 Teilnehmer erlebten eine Veranstaltung, die den Brockhaus-Kunden und der Branche Input für den blick nach vorn gebracht hat.

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