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Buchhändler als hessischer 007: Vor 120 Jahren starb Aloys Maier

Das waren noch Zeiten als Buchhändler zu Spionen wurden. Als solcher wurde der Fuldaer Aloys Maier verfolgt, der vor 120 Jahren starb. Seine erste Filiale war die Hoehlsche Buchhandlung, die heute noch in der Herforder Weinstraße 21 existiert.

In der Fuldaer Zeitung lässt sich nun ein schönes Portrait nachlesen. Demnach war Maier Gründer eines Musikverlages und dazu ein glühender kurhessischer Patriot, der von den Preußen als Spion gesucht wurde. Denn über seine Einstellung zur Besetzung Fuldas durch die Preußen 1866 machte er keinen Hehl. Ein Stadtchronist und Zeitzeuge bezeichnet ihn gar als „Preußenfresser“, der zu den Anstiftern gehört hätte, die den preußischen Parlamentär Major Preuß, im Sommer 1866 von „Pöbel und Gassenjungen“ mit Steinen bewerfen ließen.

Als Fulda am 6. Juli 1866 kampflos von den preußischen Truppen eingenommen wurde, war Maier zuvor mitsamt seines ganzen Lagers Generalstabskarten zusammen mit den sich zurückziehenden Bayern nach Bad Brückenau geflüchtet, wo er die Karten an die Offiziere verkaufte. Denn die meisten bayerischen Militärs besaßen keine Landkarten. Maier wurde daraufhin von den Preußen in Fulda als Spion gesucht.

Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Buchhändler in München 1854 hatte sich für Maier 1855 die Möglichkeit ergeben, die Musikalien- und Buchhandlung von Theodor Henkel, einem Sohn des Fuldaer Hofmusikers und Kantors Michael Henkel, in der Friedrichstraße 22 zu übernehmen. Eine weitere Filiale wurde in Hersfeld eröffnet, die dort heute noch als „Hoehlsche Buchhandlung“ in der Weinstraße 21 existiert. Höhl (auch Hoehl) war der Nachname seiner Frau Babette, einer Weinhändlerstocher aus Mittelheim im Rheingau, die er 1857 heiratete. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.

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