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Morgen im ZEITmagazin: Albert-Speer-Tochter über ihr Buch „Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux“ bei Rowohlt

Über eine beeindruckende Geschichte, die dieser Tage bei Rowohlt erschienen ist, berichtet morgen das ZEITmagazin. Hilde Schramm, Tochter des Nazi-Architekten und verurteilten Kriegsverbrechers Albert Speer, hat ein Buch über ihre jüdische Lehrerin geschrieben, die ihr entgegen der Familienerzählungen Orientierung gegeben habe, so Schramm. Titel: Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux.

Als Kind habe sich Schramm für ihre Familie geschämt, berichtet die ZEIT vorab. „Man nannte meinen Vater damals gerne ‚tüchtig’“, sagt demnach die heute 76-Jährige dem ZEITmagazin. „Mir war völlig klar, was das hieß: Er hatte dazu beigetragen, den Krieg zu verlängern.“ Dabei sei kurz nach Ende des Krieges über die Vergangenheit kaum gesprochen worden.

Schramm, die in Berlin lebt, hat sich ihr Leben lang öffentlich für die Opfer des Nationalsozialismus eingesetzt. Auf historischen Aufnahmen ist sie als kleines Mädchen zu sehen, das Adolf Hitler auf dessen Berghof bei Besuchen ihrer Familie Blumen überreicht. „Das habe ich alles verdrängt“, sagte sie. „Ich sehe diese Bilder nicht in mir. Man hat mich damals öfters vorgeschickt. (…) Das nehme ich meinen Eltern heute noch übel. (…) Ich habe diese Rolle offenbar sehr gut ausgefüllt, und das erschreckt mich heute.“

Bei ihrem Bemühen, sich trotz ihrer Familiengeschichte zu orientieren, habe ihr die Begegnung mit einer jüdischen Lehrerin geholfen, die den Nationalsozialismus mit viel Glück überlebte. Diese unterrichtete Schramm nach dem Krieg an der Heidelberger Elisabeth-von-Thadden-Schule. „Eine Humanistin und Freidenkerin. (…) Von heute her gesehen, entsprach sie meinem Wunsch-Selbstbild einer emanzipierten Frau.“ Das Buch Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux handelt von dieser Lehrerin und ist seit kurzem lieferbar.

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