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Bayerischer Buchpreis 2017 geht an Franzobel und Andreas Reckwitz

Franzobel (c)Dirk Skiba

Der Bayerische Buchpreis für Belletristik Sachbuchgeht in diesem Jahr an den Roman Das Floß der Medusa des österreichischen Schriftstellers Franzobel. Dies teilte der Börsenverein des deutschen Buchhandels in München mit, wo der Gewinner gestern Abend in einer öffentlichen Jurydiskussion gekürt wurde.

Die Begründung der Jury: „Franzobel wagt in seinem Roman die radikale Grenzüberschreitung, sprachlich, erzählerisch, inhaltlich. Das Floß der Medusa konfrontiert uns virtuos mit unseren eigenen Abgründen.“

Zsolnay-Verleger Herbert Ohrlinger freut sich: „Seit zwanzig Jahren erscheinen Franzobels Bücher bei Zsolnay, die großen Romane Scala Santa und Das Fest der Steine ebenso wie die Vergnügungsgedichte Luna Park und das Märchen Österreich ist schön. Wie begabt dieser Kerl ist, stand für mich immer außer Frage. Man soll sich aber nicht täuschen: Was spielerisch aussieht, erwächst aus handwerklicher Fertigkeit und hoher Disziplin, die sich mit poetischem Bewusstsein und mit der Lust am Provozieren verbinden. Was ihm mit Das Floß der Medusa gelungen ist, ist großartig. Da wird noch vieles kommen, thematisch vielfältig, sprachlich präzise, stilistisch ganz und gar eigenständig. Wir können uns alle darauf freuen“.

Der Preis für das beste Sachbuch ging an Andreas Reckwitz für Die Gesellschaft für Singularitäten, erschienen bei Suhrkamp. In der Begründung der Jury heißt es: „Andreas Reckwitz liefert uns einen wertvollen, originellen Schlüssel für das Verständnis unserer spätmodernen Existenz. Seit langem war Soziologie nicht mehr so aufregend.“

Tomi Ungerer erhielt den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk.

 

 

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