
Joachim Sartorius wurde für seinen 2026 erschienenen Gedichtband Die besseren Nächte (Kiepenheuer & Witsch) sowie für sein bisheriges Gesamtwerk mit dem Bettina-Brentano-Preis für Gegenwartslyrik 2026 ausgezeichnet.
Die mit 10.000 € dotierte Auszeichnung wurde 2024 von der Dr. Karl und Lore Nebendorf-Stiftung ins Leben gerufen und würdigt jährlich herausragende Leistungen der Gegenwartslyrik. Die Preisverleihung findet am 22. November 2026 im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main statt.
In der Begründung der Jury heißt es zur Auszeichnung des Autors: »Joachim Sartorius‘ Lebensthemen – die Liebe, der Tod, das Reisen und die Erinnerung – sind in Die besseren Nächte zu einem Spätwerk zusammengewachsen, das zutiefst humanistisch ist: eine Lyrik, die dem Menschen in seiner Zerbrechlichkeit sowie seiner Würde zugleich gilt; eine Lyrik, die den Vers als das einzige Instrument begreift, das der Zeit standhält. Mit Die besseren Nächte hat Joachim Sartorius ein weises, kluges und melancholisch-ermutigendes Buch geschaffen – und die Jury des Bettina-Brentano-Preises für Gegenwartslyrik ehrt es als einen Band, der in vollem Sinne einer eigenen Formel des Dichters gerecht wird: ›Am besten sind die Nächte, / in denen ein Gedicht gelingt.‹«
Kerstin Gleba, Verlegerin von Kiepenheuer & Witsch: »Joachim Sartorius bereichert das Programm von Kiepenheuer & Witsch seit Jahrzehnten mit einer Lyrik von außergewöhnlicher sprachlicher Eleganz, sinnlicher Offenheit und weltoffener Tiefe. Wir gratulieren ihm von Herzen zu diesem hochverdienten Preis für sein Lebenswerk und seinen fulminanten neuen Band Die besseren Nächte.«
Joachim Sartorius, geboren 1946 in Fürth, wuchs in Tunis auf und lebt heute in Berlin und Syrakus. Er ist Lyriker und Übersetzer amerikanischer Dichtung, insbesondere von John Ashbery und Wallace Stevens. Er veröffentlichte neun Gedichtbände, zuletzt Wohin mit den Augen, zahlreiche Bücher, die in Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern entstanden sind, und die Reiseerzählungen Die Prinzeninseln (2009), Mein Zypern (2013), Städte des Ostens (2015) und Die Versuchung von Syrakus (2024). Er ist Herausgeber der Werkausgaben von Malcolm Lowry und William Carlos Williams sowie der Anthologien Atlas der neuen Poesie (1995), Minima Poetica (1999), Alexandria Fata Morgana (2001) und Niemals eine Atempause. Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert (2014). Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.