Die Verbannung von Goethe und Dostojewski an polnischen Schulen scheint abgewendet: Regierungschef Jaroslaw Kaczynski versicherte den Erhalt des klassischen Lektürekanons und erteilte damit umstrittenen Plänen seines ultra-konservativen Bildungsministers Roman Giertych eine Abfuhr.
„Selbstverständlich wird es keine Abschaffung der klassischen polnischen und ausländischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts geben“, sagte Kaczynski im Rundfunk. Damit trat er dem Vorhaben von Roman Giertych entgegen, Werke patriotischerer oder katholischer Autoren wie Henryk Sienkiewicz oder Papst Johannes Paul II. zu bevorzugen. Werke ausländischer Literaten und einiger polnischer Autoren standen dabei auf der Abschussliste des Ministers. Im ganzen Land erregten die Vorschläge Giertychs eine Welle der Entrüstung.