Ab heute in unregelmäßiger Folge: „Rumbergs Randnotiz“

Dirk Rumberg, (46, Foto) war Ende der achtziger Jahre Assistent bei Wolf-Jobst Siedler und Anfang der neunziger Cheflektor des Siedler Verlages. Bei der ]Süddeutschen Zeitung] leitete er von 2003 bis 2008 die Abteilung Neue Produkte (u.a. SZ-Bibliothek, „Ein Mann – ein Buch). Seit Anfang 2009 bereitet er den Start einer neuen (branchenfernen) Internet-site vor. Der Buchbranche ist er weiterhin als Berater sowie als literarischer Agent verbunden. Für den Buchmarkt (und den BuchMarkt) kommentiert er hier auf buchmarkt.de in seiner Kolumne Rumbergs Randnotiz in unregelmäßigen Abständen Ereignisse und Entwicklungen in der Welt der Medien.

Heute:
Rumbergs Randnotiz (1)

Diebstahl per Mausklick

Dirk Rumberg zur Welt
der Medien

Raubkopien sind fast so alt wie die Geschichte des Buches. Aber was wir seit ein paar Tagen mit dem hundert(tausend?)fachen illegalen Dowload von Dan Browns „The lost Symbol“ erleben, das ist eine ganz neue Dimnsion – und eine höchst bedrohliche dazu. Als pdf und als Tonfile stand das englische Original bereits wenige Minuten nach Verkaufsstart des Werkes im Netz.

Gewiss, auch bei den letzten beiden Potter oder dem jüngsten Biss-Band war schon zu beobachten, dass illegale (auch übersetzte) Versionen im Netz auftauchten. Doch dass ein Titel in wenigen Stunden die Charts der illegalen Downloads anführt, das ist einmalig.
Damit ist in der heilen Welt der Bücher nun etwas angekommen, worunter die Musikbranche schon seit Jahren existenziell leidet – und wovor die Filmindustrie (zu Recht) panische Angst hat: der massenhafte Diebstahl geistigen Eigentums. Ein Diebstahl, der nicht mehr wie früher, als in Studentenkneipen billige Raubdrucke angeboten wurden, einigen Aufwandes bedarf, sondern der Dienstahl per Mausklick. Dagegen Abwehrmaßnahmen und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln ist nicht trivial – und wird die Branche dauerhaft beschäftigen.

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