Literaturbüro Unna plant für den Herbst größtes deutsch-internationales Krimiprojekt / Fred Vargas erstmals in Deutschland

Es geht bald wieder los: Nach dem großen, weit über die Region hinaus erfolgreichen, Auftakt 2002 wird die Hellweg-Region in NRW vom 25. September bis zum „Final Criminal Act“ in Schwerte am 13. November im Herbst wieder zum Treffpunkt der nationalen und internationalen Krimispitze.

Auf einer Pressekonferenz im Westfälischen Literaturbüro in Unna stellte die

Das Festval Logo: In Unna Biennale des Krimis?

Projektleitung die Rahmenbedingungen, das Programmschema und die verpflichteten Gäste in Anwesenheit von Vertretern der Kulturregion Hellweg sowie des Landes NRW und anderen Förderern vor. Schirmherr des Festivals ist der nordrhein-westfälische Kultusminister Dr. Michael Vesper.

Organisiert wird das Projekt federführend vom Westfälischen Literaturbüro in Unna e.V. und dem Bereich Kultur der Stadt Unna. Örtliche Veranstalter sind fünfzehn verschiedene Städte und Gemeinden des Hellwegs zwischen Möhnesee und Lippe, Dortmund und Lippstadt.

Dr. Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro führte aus: „Das größte internationale Krimifestival 2004 in Deutschland, „Mord am Hellweg II – Tatort Region“, bringt weit über 50 Krimiautorinnen und -autoren in die Region, im Gepäck mindestens 50 ungelöste Mordfälle. Zehn Wochen lang bietet es Ermittler aus 12 Ländern und vier Kontinenten auf, darunter die Crème de la crème der deutschen Kriminalliteratur und absolute internationale Topstars.“

Sigrun Krauß vom Bereich Kultur der Stadt Unna, ebenfalls in der Projektleitung, nahm zur Finanzierung Stellung. Das Projekt sei mit 170.000 Euro finanziert, und damit mit Abstand besser ausgestattet als vergleichbare Krimifestivals in Deutschland. Namentlich nannte sie die wichtigsten Förderer: das Land NRW bzw. die Kulturregion Hellweg fördert das Projekt mit 45.000 Euro. Die Kunststiftung NRW in Düsseldorf beteiligt sich mit 40.000 Euro, die Provinzial Münster mit 5.000 Euro. Auf lokaler Ebene sind die Sparkasse Unna sowie die Kulturstiftung der Sparkasse Schwerte und andere Sponsoren beteiligt. Aus Eigenmitteln und Einnahmen erbringt der Veranstalterverbund selbst etwa 70.000 Euro auf. Dazu kommen nicht bezifferbare Leistungen der Medienpartner, sowie Zusatzaufwendungen der beteiligten Städte und Gemeinden, die vor Ort entstehen.

Besonders erfreut war Sigrun Krauß, den Sender WDR 5 für das Projekt als Medienpartner gewonnen zu haben. WDR 5 werde am 30. Oktober seine
Sendung „Die telefonische Mordsberatung“ gleich ganze zwei Stunden live von Haus Opherdicke (Holzwickede) aus der Kulturregion Hellweg übertragen und einige Veranstaltungen mitschneiden, die für die große WDR-Kriminacht am 30.10. anlässlich von „Mord am Hellweg II“ über den Sender gehen.

Ein weiterer Medienpartner aus dem Druckbereich werde demnächst zukommen. Sigrun Krauß von der Stadt Unna stellt daher fest: „Von den Rahmenbedingungen her ist bereits viel geleistet worden. Wir hoffen daher, dass bei einem ähnlichen Erfolg wie 2002 im kommenden Herbst unsere Vorstellung, „Mord am Hellweg“ zu einer Biennale des Krimis in Deutschland zu machen, sich dann auch 2006 realisieren lassen wird.“

Dr. Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro stellte das Programm vor. Bei hochkarätigen Solo-Auftritten, bei diversen Ladies’ oder Gentlemen’s Crime Nights oder speziellen Mordsmenüs, bei tödlichen Inszenierungen, bei Kloster-, Schloss- und Kerkerlesungen, erläuterte er, halte erneut das kriminelle Grauen Einzug am Hellweg. In verlassenen Burgruinen oder aufgegebenen Zechentürmen, in alten Kirchen, neuen Museen und attraktiven Kulturzentren, in bekannten Sex- oder noblen Golfclubs – die kriminelle Story und der dazugehörige Autor werde am Hellweg im Herbst an jeder Ecke warten.

Die vielen Events konnten auf der Pressekonferenz alle gar nicht aufgezählt werden. Als Beispiele für Höhepunkte nannte Knorr die Eröffnungsgala Circus Criminale (25.09., Zirkus Travados, Unna) oder die öffentliche Verleihung des Deutschen Krimipreises (30.09., Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna). Die kriminelle Auftaktrevue wird neben spannenden Krimiautoren vor allem Tatortkommissare, die 6-Zylinder, kriminelle Mentalmagie und die Tango Argentino Weltmeister Hölters/Schürmeier präsentieren. Die Verleihung des Deutschen Krimipreises fand bisher in München statt; anlässlich von „Mord am Hellweg II“ wurde dieser feierliche Akt vom Bochumer Krimiarchiv nach Unna vergeben. Fred Vargas (Frankreich), J. B. Blettenberg (Deutschland), Anne Chaplet und die anderen Preisträger werden im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna ihre Auszeichnungen erhalten.

Doch auch andere Veranstaltungen sind mehr als attraktiv: Die Abschlussveranstaltung (13.11.) in der Alten Rohrmeisterei in Schwerte geht u.a. mit der schwedischen Kultautorin Maj Sjöwall, der russischen Krimi-Diva Polina Daschkowa, dem Bremer Krimistar Jürgen Alberts und Henning Venske als Moderator über die Bühne; die 25-köpfige Big-Band des Landespolizeiorchester NRW wird nicht nur an diesem Abend präsent sein. Als weiteren Vorschlag eines kriminellen Wochenendes nannte Dr. Herbert Knorr „Mord an Bord“ – die Tages-Schifffahrt auf dem Datteln-Hamm-Kanal (3.10., Marina, Bergkamen) ist mit Brunch, Kaffeetrinken und Jazzband des LPO NRW beinahe schon Kult.

Ein außergewöhnlicher weiterer Höhepunkt ist sicherlich die Mystery Night im Bürgerhaus Wickede/Ruhr. Gekrönt wird diese Nacht durch den Auftritt des Bestatter-Krimischreibers Reiner M. Sowa und ein exquisites Menü. Grusel garantiert! Die „The Big Gentlemen’s Crime Late Night“ findet in Soest mit dem Kulturzentrum Schlachthof einen angemessenen Ort. Sie wird ebenso vom WDR 5 mitgeschnitten wie der Abend „Mordshäppchen an Bluesvariationen serviert“ (Haus Schmülling, Bergkamen, 27.10). WDR 5 als Medienpartner des Projektes wird am 30.10. zudem erstmals seine Sendung „Die telefonische Mordsberatung“ zwei Stunden live senden; sie bildet den Auftakt einer langen WDR-Kriminacht anlässlich von „Mord am Hellweg II“.

Das ausführliche Programm kann ab sofort Online unter www.mordamhellweg.de eingesehen oder unter der Telefonnummer (02352) 96 38 52 abgerufen werden. Online oder unter der angegebenen Nummer sind ab sofort auch Kartenreservierungen oder Bestellungen möglich.

Stars von „Mord am Hellweg“ sind viele, u.a. Jacques Berndorf, Gabriele Wolff, Doris Gercke, Gisbert Haefs, Friedrich Ani, Jan Costin Wagner, Christian von Ditfurth, Susanne Mischke oder Thea Dorn. Neben den bereits oben genannten sind internationale Gäste u.a. auch: Daniel Chavarría (Kuba), Liza Marklund (Schweden), Christopher Moore (Kanada/Thailand), Nino Filasto (Italien) oder Faye Kellerman (USA), um nur einige weitere spannenden Namen zu nennen. Fast alle kommen exklusiv auf Einladung für „Mord am Hellweg II“ nach Deutschland. Die französische Starautorin Fred Vargas reist zum ersten Mal überhaupt nach Deutschland und tritt nur im Rahmen des Festivals „Mord am Hellweg“ auf.

Im Grafit-Verlag erscheint zum Auftakt des Veranstaltungszyklus’ der Krimiband „Mehr Morde am Hellweg“. Mit 22 exklusiven Kriminalstorys von ausgezeichneten deutschsprachigen Krimiautoren will es den Erfolg des Storybandes „Mord am Hellweg“ aus dem Jahr 2002 (ebenfalls Grafit Verlag) noch einmal toppen. Mitherausgeber Reinhard Jahn (auch bekannt als Krimiautor unter H. P. Karr): „Schon jetzt ist abzusehen: Es werden exquisite und erlesene Mordgeschichten, in denen die Hellweg-Region den Schauplatz liefert.“

Horst Eckert, mehrfach preisgekrönter Krimiautor aus Düsseldorf und gleichzeitig Sprecher des Syndikats, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, schrieb ebenfalls für den Band „Mehr Morde am Hellweg“. Auf der Pressekonferenz am 2. Juni überreichte er symbolisch den Veranstaltern seine Geschichte „On the road: Juwelen am Hellweg“. Er fügte hinzu: Für jeden Autor ist es eine große Freude, zu diesem Festival von überregionalem, ja internationalem Rang eingeladen zu werden.“

Thomas Baerens vom Kultusministerium NRW betonte, wie schnell sich „Mord am Hellweg“ schon etabliert habe: „Was zweimal staffindet, hat im Rheinland schon Tradition.“ Er wünschte aus der Sicht des Literaturfans dem Projekt schon heute eine weitere Fortsetzung in Form einer Biennale. Zudem stellte er den Vorbildlichkeit der Vernetzung innerhalb der Kulturregion Hellweg heraus. Daran an knüpfte Kulturdezernten Pit Böhle von der Bewilligungsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg, an. Ihm ginge es darum, „Projekte zu fördern, die den Aspekt der Vernetzung Kultur und Tourismus besonders betonen und umsetzen. Synergieeffekte sind äußerst wichtig und sie sind hier gewährleistet.“

Stefanie Bergmann

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