Neue Regeln für SPIEGEL-Bestsellerliste: Softcover-Titel werden bald verbannt

Die Diskussionen um den Wandel auf den Bestsellerlisten (vor allem hinsichtlich der Buchformate), haben dazu geführt, dass DER SPIEGEL die Kategorien für seine Buch-Bestsellerlisten verändern wird: Hardcover und „weich“ gebundene Formate werden künftig wieder eindeutiger getrennt.

Denn: Die Abgrenzung zwischen Hardcover- und Taschenbuch-Ausgaben hatte sich in letzter Zeit aber als zunehmend schwierig erwiesen, weil eine ganze Reihe von Verlagen Zwischenformate entwickelt haben und vermehrt einsetzen. So habe bei Buchkäufern für Irritationen gesorgt, dass in der SPIEGEL-(Hardcover-)Liste auch Softcover-Titel berücksichtigt wurden. Künftig sollen in der SPIEGEL-Bestsellerliste wieder ausschließlich fest gebundene Bücher (Hardcover) berücksichtigt werden.

Die SPIEGEL ONLINE-Liste wird gleichzeitig zur „Taschenbuch/Paperback“-Bestsellerliste umbenannt; hier werden „klassische Taschenbücher, Paperbacks und Broschuren“ berücksichtigt werden

Die Umstellung erfolgt zum 1. Juli 2012, „um Verlagen die Möglichkeiten zu geben, bei ihrer Halbjahresplanung eventuelle Ausstattungsentscheidungen an die neuen Kriterien anzupassen“. Als inhaltliches Kriterium für SPIEGEL- und SPIEGEL ONLINE-Bestsellerlisten gelte wie gehabt, dass die Inhalte bei Belletristik und Sachbuch „eigenschöpferischen Leistungen“ entsprechen.

Ausdrücklich werden Nachschlagewerke, Chroniken, Schulbücher, Ratgeber/Reiseführer, juristische Texte, Bildbände, Comics sowie auch Sonderausgaben und Periodika nach wie vor nicht berücksichtigt. Auch Kinder- und Jugendbücher sind ausgeschlossen (sie werden in einer eigenen Bestsellerliste in „Dein SPIEGEL“ veröffentlicht.

keine Regeln ohne Ausnahme: Altersübergreifende Titel („All Age“) werden berücksichtigt, sofern diese über die Jugendbuchleserschaft hinausgehend Relevanz erlangen.

Alles in allem ist das fast eine eigene Wissenschaft. Humoristische Bearbeitungen von Sachthemen werden z.B. auf den Sachbuch-Bestsellerlisten registriert, wenn die Wissensvermittlung im Vordergrund steht; andere Humortitel, beispielsweise Veröffentlichungen von Comedians, werden als Belletristik eingruppiert.

Der „buchreport“, der für seine Mutterfirma SPIEGEL-Verlag die Listen ermittelt, hat im Vorfeld der jetzt erfolgten Präzisierung im Herbst 2011 Branchenumfragen unter Bestsellerverlagen sowie großen und kleineren Buchhandlungen durchgeführt. Alle Gruppen hätten sich darin jeweils mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass auf die SPIEGEL-Bestsellerliste nur „echte“ Hardcover gehören. Die ebenfalls abgefragte Option einer dritten Bestsellerliste („Paperback“) für die Zwischenformate sei zwar von einigen Verlagen unterstützt, vom Buchhandel aber nahezu rundweg abgelehnt worden.

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