Schweiz: Buchpreisbindungsgesetz angenommen/SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf im Gespräch

Nach den letzten Etappensiegen [mehr…] bestätigte heute auch der Schweizer Nationalrat, die große Kammer des Schweizer Parlaments, die gesetzliche Einführung der Buchpreisbindung in der Schweiz. buchmarkt.de sprach den SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf (Foto) kurz nach der Entscheidung.

buchmarkt.de: Im letzten Interview sagten Sie: die Chancen für die Wiedereinführung der Preisbindung stünden etwa fifty-fifty – nun haben Sie Ihr Ziel erreicht. Erleichtert?
Dani Landolf: Es ist eine riesige Erleichterung. Nach langem, nervenaufreibendem Prozess, vielen Schritten vor und zurück, verliert man manchmal fast den Glauben daran, sich am Ende durchsetzen zu können.

buchmarkt.de: Wie kam es jetzt letztlich zur Wiedereinführung der Preisbindung? Woran lag es?
Dani Landolf: An unseren guten, überzeugenden Argumenten! Warum sollten wir in der Schweiz nicht das, was in Nachbarländern funktioniert, auch wollen? Mit der Preisbindung sichern wir die Produktionsvielfalt. Diesmal auf Gesetzesebene.

buchmarkt.de: Sind Sie jetzt „durch“ oder besteht die Gefahr, dass erneut gegen die Preisbindung in der Schweiz opponiert werden kann?
Dani Landolf: Parlamentarisch ist die Sache jetzt fix. Da wir in der Schweiz aber ein großes Mitspracherecht des Volkes haben, ist es möglich, darüber noch einmal abstimmen zu lassen. Es besteht eine Referendumsfrist von 100 Tagen, in denen dann 50.000 Unterschriften gesammelt werden müssten… Aber ich möchte da nix verschreien.

buchmarkt.de: Wie geht es jetzt für Sie weiter?
Dani Landolf: Jetzt auf nach Leipzig. Und dort feiern wir dann erstmal…

Unter sbvv.ch gibt es den Schlussabstimmungstext

Inzwischen hat auch Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, eine Stellungnahme zur Verabschiedung eines Preisbindungsgesetz Schweiz abgegeben:
„Die Entscheidung für ein Preisbindungsgesetz in der Schweiz ist die Entscheidung für einen von Qualität und Vielfalt geprägten Buchmarkt. Das Schweizer Parlament hat damit gezeigt, wie wichtig ihm das Buch als Kulturgut ist. Die Entscheidung wird insbesondere dem unabhängigen Schweizer Buchhandel und damit auch den Lesern in der Schweiz zu Gute kommen.
Der Schweizer Entscheid sollte ein klares Signal an die Europäische Union sein, dem Kulturgut Buch den notwendigen Respekt entgegenzubringen: Es leistet als Leitmedium einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft und braucht dafür besondere Rahmenbedingungen.“

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