Unmut über Insolvenzverwalter wächst / Vorwurf: Eigene wirtschaftliche Interessen wichtiger als Restrukturierung

Eine verzweifelte Situation bei der Könemann Insolvenz: Wie es aussieht zeigt sich der Insolvenzverwalter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Paul J. Gross weiterhin nicht bereit, auf Vorschläge einer Auffanggesellschaft um Ludwig Könemann, Langenscheidt und eines Kundenpools von fünf bedeutenden Auslandskunden einzugehen. Betroffene Lizenzgeber vor allem aus dem Ausland werfen ihm vor, eigene wirtschaftliche Interessen vor die Sanierung des Unternehmens zu stellen.

Und: Da die Gläubigerversammlung ihm völlig freie Hand gegeben hat, sei jetzt zu befürchten, dass nach Abschluss des Verfahrens weniger Masse vorhanden ist, über die eventuelle Gläubiger noch hätten befriedigt werden könne, als zu Beginn des Verfahrens. Denn bislang sei es ihm nicht gelungen, auch nur ein einziges Buch zu verkaufen, zumal immer mehr Lizenzgeber ihm untersagen, die Bestände zu verwerten.

Aus dem Gläubigerkreis werden deshalb Vorwürfe laut, Gross habe gar kein Interesse daran, das Verfahren erfolgreich für das Unternehmen abzuschließen: Auch nach knapp acht Monaten vorläufigem Verfahren und mehr als 12 Wochen im eröffneten Verfahren sei er nicht einen erkennbaren Schritt in Richtung auf eine Sanierung des Könemann-Verlags vorangekommen.

Vielmehr habe er durch sein Vorgehen den Eindruck erweckt, dass er in der Zerschlagung des Unternehmens für sich selbst einen größeren Ertrag sehe, als bei einem Verkauf an eine Auffanggesellschaft. Denn von Anfang an habe er eine große Zahl von Mitarbeitern seiner Beratungsfirma Ernst & Young eingesetzt, deren hohe Tagessätzen die Masse belasten, ohne dass diese verlagsfremden Mitarbeiter das Könemann Geschäft auch nur annähernd begriffen hätten.

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