Vor dem Start

Glauben Sie bloß nicht, hier wäre noch nichts los, nur weil die lit.COLOGNE erst heute Abend beginnt. Mit Pauken und Trompeten sogar: Marcel Reich-Ranicki trifft Robert Gernhardt, eine Hammerpaarung, der betagte Herr hat nach seiner Herzerkrankung alle anderen Auftritte abgesagt! Und Gernhardt soll auch nicht bester Gesundheit sein. Parallel läuft heute noch Roddy Doyle, sein neues Buch „Jazztime“ ist auch der Hammer. Wo soll ich bloss hin heute: Auch US-Star-Autor Bret Easton Ellis tritt heute

Das Produktionsbüro:
Hier wird jeder gebraucht

abend an; bin ihm vorhin in der Lobby des Hyatt, dem Autorenhotel, über den Weg gelaufen. Er hatte gestern schon ein Abendessen mit seinem Verleger Helge Malchow, der ebenfalls hier rumhängt.

Im Produktionsbüro (s. Foto) ist die Hölle los. Der Flug von Doris Lessing ist verspätet, der Fahrer will wissen ob er am Flughafen warten soll. Soll er wohl nicht, hier wird sichtlich jeder gebraucht. Der Wagen mit Reich-Ranicki steht irgendwo zwischen Frankfurt und Köln im Stau. Der Soundcheck mit ihm muss verschoben werden. Was zu

Die lit.Cologne Fahne weht schon

Problemen beim Literaturmarathon im WDR führt; 10 Gäste müssen gleichzeitig geshuttlet werden. Produktionsleiter Oliver Gontram hat die Ruhe weg; verteilt die Abendkassen, gibt Anweisungen zur Technik und Abendregie und spricht die Gästelisten durch.

Eine freundliche Gisela Röttges wird noch freundlicher, als sie erfährt, dass ich täglich berichten soll; stellt mir eine nette Pressedame vor. Die macht mir in der Interviewsuite bildaber schnell klar: Nicht mal für mich gibt es für heute noch Pressekarten; alle Veranstaltungen von heute sind sowieso seit Wochen ausverkauft.

Ich brauche aber Futter für meine Kolumne morgen, schlage Doro Zauner Interviews mit einem der drei Organisatoren Werner Köhler, Rainer Osnowski oder Dr. Edmund Labonté vor, ernte aber nur bemühtes Lächeln. Jetzt? So kurz vor dem Festival?

Schließlich fällt der Lady doch noch ein, wie ich meinen ersten Abend sinnvoll verbringen könnte: „Sie gehen zu Francoise Cactus, der Sängerin von Stereo Total, die heute Abend von ihrer Topflappenhäkelpuppe „Wollita“ erzählt, verbringen dort einen netten Abend und hinterher kommen sie ins Festivalcafé. Dort treffen sich alle Autoren, Schauspieler und auch die Festivalmacher jeden Abend und es ist immer sehr, sehr nett.“

Aber dafür ahne ich, wie der Kölner Stadt Anzeiger morgen aufmacht: Dessen Fotograf versucht gerade Bret Easton Ellis mit Roddy Doyle und Hanns Zischler so vor den Dom zu platzieren, das ein Bild eine ganze Festivalidee erklärt. Nur der Dauerregen passt nicht dazu.

Unsere Serie wird an allen Tagen der lit.COLOGNE fortgesetzt

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