Zeichnerin Uschi Heusel stellt dritten Ratte-Ludwig-Comic im Rathaus Dietzenbach vor – denn der Bürgermeister kommt auch drin vor

Nicht die Römer, sondern der Römer (das ist das Rathaus in Frankfurt am Main) verfügt – und alle befolgen die Gebote. Alle? Fast alle – nicht bis auf ein kleines Dorf (in Gallien), sondern bis auf das gesamte hessische Umland. Asterix in Hessen? „Unsern Asterix heißt Ludwisch!“, richtig, und ist eine Ratte direkt aus Dietzenbach, die mit Freund Mamfred (Original-Schreibweise!) auf dem Weg in die kleinste Metropole der Welt zahlreiche Abenteuer bestehen muss, um das Nationalgetränk der Hessen – den Äppler – zu retten.

Ludwig lesen: v.l.n.r.: Reiner Wagner, Jürgen Leber,
Uschi Heusel, Bürgermeister Stephan Gieseler, Klaus Puth

Mit Witz, Liebe und Detailkenntnis ihrer Heimat zeichnete Uschi Heusel 48 bunte Seiten, die nicht nur den hessischen Comic-Freund schmunzeln lassen. Der dritte Ratte-Ludwig-Band „Die spinnen im Römer!“, erschienen im Verlag M. Naumann, Nidderau (9.80 €) stand im Mittelpunkt der Veranstaltung am 28. Juni im Dietzenbacher Rathaus (wo gibt es das schon!).

Bürgermeister Stephan Gieseler begrüßte die zahlreichen Gäste, er war es, der vor über einem Jahr die Idee hatte, die dann Uschi Heusel gekonnt umsetzte. Er dankte allen Sponsoren und lud netterweise zu einem Frei-Äppler ein.

Ratte Ludwig im Kreise
seiner Ahnen: allerhand Prominenz
ist darunter!
Glückliche Autorin mit
den ersten druckfrischen
Exemplaren

Uschi Heusel hatte sich für die Lesung Kollegen geholt: Schauspieler Reiner Wagner, Asterix-(Hessisch-)Übersetzer Jürgen Leber und Zeichner-Freund Klaus Puth. Natürlich las auch der Bürgermeister mit, er spielt ja auch im Buch keine unwesentliche Rolle… So wurde ein Auszug des neuen Buches mit fünf Stimmen vorgetragen, auf einer Leinwand konnten die Zuhörer das Geschehen im Comic verfolgen.

Anschließend signierte Uschi Heusel ihre Bücher – sollte der Run auf Ludwig so weiter gehen, wird schon bald die zweite Auflage gedruckt werden.

Wie ist Uschi Heusel eigentlich auf ihr „rattiges Thema“ gekommen? Anfangs hat sie alles und jeden gemalt – und in so ziemlich jeder Technik. Bis ein Auftraggeber fragte: „Können Sie eigentlich auch Ratten?“ Gedacht war der Nager für ein Motorradschutzblech…

The making of … Ludwig

So entstanden Horst, Rudi und schließlich Ludwig. Ratten sind nicht nur schlau, sondern auch entwicklungsfähig. Während die ersten Horsts/Rudis noch dünn und aggressiv, eher abschreckend daher kamen (ein Rocker will ja kein Kuscheltier auf seinem Moped!), wurde Ludwig runder, weicher – ein äußerst wandlungsfähiger Sympathieträger. So fängt Ratte Ludwig mit augenzwinkernden Alltagsgeschichten, die seit nunmehr zehn Jahren wöchentlich als Schwarz-Weiß-Comic in der „Offenbach Post“, der „Langener Zeitung“ und der „Hanau Post“ erscheinen, die Menschen.

Ludwig, übrigens ein ziemlicher Macho, nimmt menschliche Schwächen aufs Korn, hat den Nachbarn aufs Maul geschaut – und babbelt als echter Dietzenbacher natürlich hessisch. Allerdings so, dass auch Nicht-Hessen verstehen, worum es geht. Ludwig ist inzwischen Familienvater geworden, streitet und verträgt sich mit seiner Frau, dem Huhn Gerda, und setzt sich mit dem pfiffig-altklugen Sohn Kallheinzje (eine ziemlich niedliche Ratte mit hühnergleichen Schwanzfedern) auseinander.

Die Ratte Ludwig scheint sich verselbständigt zu haben: „Ich weiß noch gar nicht, wo das alles enden soll!“, meint Künstlerin Heusel. Doch ein Ende ist nicht abzusehen – im Gegenteil. So ist die Kunde vom sympathischen Ludwig bis nach Hameln – genau, die Stadt des Rattenfängers – bis zu selbigem gedrungen. „Wir haben uns schon getroffen, im September werde ich eine Ausstellung mit 40 Bildern in Hameln haben“, freut sich Uschi Heusel.

Und was für Bilder! Das vielleicht größte und schönste steht unübersehbar auf einer Staffelei im Atelier der Künstlerin und zieht sofort die Blicke auf sich, wenn man über die Treppe in den hellen, großzügigen und mit vielen Arbeiten ausgestatteten Raum kommt: Ludwig als Ludwig XIV! Doch die vielseitige Ratte schlüpft auch in andere Gestalten – genau hinschauen lohnt also. Zu ihren Bildern stellt Uschi Heusel außerdem humorige Texte, die ihre Ausstellungen komplettieren.

Im aktuellen Ratte-Ludwig-Band „Die spinnen im Römer“ allerdings ist Ludwig himself vollauf beschäftigt – aber Ähnlichkeiten der anderen Comic-Figuren mit der einen oder anderen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens sind durchaus nachvollziehbar.

JF

Mehr von Uschi Heusel: http://www.uschi-heusel.de/
Zum Verlag: http://www.mundartverlag.de/

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