„Der beste politische Roman des Jahres“: Jürgen Neffes „Das Ding. Der Tag, an dem ich Donald Trump bestahl“ (Europa Verlag)

Der weltweit  anerkannte Biograph Jürgen Neffe zeichnet in einem innovativen, authentischen, autobiographischen  Roman erstmals ein umgreifendes kritisches Bild von Donald Trump und warum wir seine Wiederwahl als US-Präsident im November befürchten müssen. Für mich ist das der beste politische Roman des Jahres aus Deutschland über die USA am Wendepunkt heute.

„Der beste politische Roman des Jahres aus Deutschland — über die USA am Wendepunkt heute“ (Durch Klick auf Cover mehr zum Autor)

„Meine letzte Reise nach Amerika gleicht einem Albtraum nach fahrig durchwachter Nacht. Er will nicht enden, bevor ich  mir über mein Vergehen nicht Rechenschaft abgelegt habe. Alles, was ich darüber zu sagen habe, werde ich wahrheitsgemäß zu Papier bringen. Ich greife hierfür auf Notizen zurück, die ich während meiner Gefangenschaft zwischen den Seiten eines Buches gemacht habe …“ So beginnt, geradezu klassisch in der Art von Politkrimis bzw. Thrillern und Spionageromanen, dieses hochaktuelle neue, autobiographische Buch von Jürgen Neffe, dem  international berühmten deutschen Reporter, Wissenschaftsjournalisten und Bestseller-Autor preisgekrönter Biographien.

Und Jürgen Neffes Novität ist tatsächlich ein Spionageroman – ein aufregender Thriller: aber – und das ist ganz außergewöhnlich –  ein  Thriller mit einem noch aufregenderen inneren Ring. In seinem Kern enthält dieser Roman ein politisches Portrait Donald Trumps, das ohnegleichen sein dürfte. Es bringt Enthüllungen über Trump, die gut informierten ersten Lesern des Buches  schier den Atem verschlagen haben. Sie kommen mit der Wiedergabe von Interviews, die Donald Trump dem früheren Spiegel-Redakteur und US-Reporter Jürgen Neffe aus freien Stücken gegeben hat.

Ein spannender Anfang, eine mitreißende tragende Handlung

Der Roman fängt, wie gesagt, als  Politkrimi an. Der Erzähler – nennen wir ihn, weil es sich ja ganz offiziell eine autobiographische Erzählung handelt, hier einfach mal Jürgen Neffe – wird  nach seiner jüngsten Flugreise in  die Staaten auf dem New Yorker Flughafen unter Verdacht staatsfeindlicher Absichten in Haft genommen, ohne dass jemand das so offen ausgesprochen hätte. Er wird immer wieder übel verhört, um in aller Ruhe nach Beweismitteln suchen können.

Das Leben des renommierten Journalisten liegt ausgebreitet vor ihnen. „Ich versuche mir klarzumachen, was ich alles abgespeichert habe. Keine Ahnung, wie viele Fotos, Mails und andere Texte da zusammenkommen. Da ich immer gern alles beisammen halte,  um auch ohne Netzverbindung darauf zurückgreifen zu können, dürften es Zehntausend Dokumente sein. Darunter auch mein Tagebuch, seit ich es auf Rechnern führe. Jeden Moment fällt  mir etwas Neues ein, das nicht für fremde Augen bestimmt ist: Intimes, Kompromittierendes, Missverständliches. Mir ist, als sei ich in eine Klinik geraten, und obwohl mir nichts fehlt, hätte sich die Maschinerie der Checks und Diagnosen in Gang gesetzt, bis sich etwas findet….“

Es wird zu einer Horror-Geschichte, die an Berichte über Erfahrungen etwa mit asiatischen und südamerikanischen Diktaturen erinnert. Was immer die verhörenden Beamten des US-Heimatschutzes finden, was immer er ihnen erklärt, in allem sehen sie Indizien für eine mögliche Tat, für die Planung eines eventuellen Terror-Anschlags. Aus dem legendären Land von Freiheit und Demokratie, von  Recht und Ordnung ist ein Staat des wilden Machtmissbrauchs, der Paranoia  und der Willkür von Behörden geworden, der die Menschenwürde (und die Meinungs- wie die Pressefreiheit) mit Füßen tritt – „eine Entwicklung, die mein Bild von New York und Amerika vom Kopf auf die Füße stellte.“ Und es ist überaus spannend, wie sich in seinem Fall schlussendlich herausstellt, dass Donald Trump als US-Präsident höchstpersönlich diesen Schrecken auslöst (und dann ebenso willkürlich beendet).

Wie Jürgen Neffe mit Donald Trump zusammengeraten ist

„Was verbindet Sie mit Trump?“ wollen die verhörenden Beamten von Jürgen Neffe wissen, auch wenn  sie ihm keinen Glauben zu schenken bereit sind. Für uns Leser aber gibt er in dem  Roman eine faszinierende, glaubwürdige Antwort, die als Auskunft über Donald Trump authentischer und aufschlussreicher als das allermeiste sein dürfte, was bisher sonst – vor allem in Deutschland – über ihn zu lesen war.

Jürgen Neffe hat in den 1990ern für den Spiegel in den USA gearbeitet. Damals  inszenierte der reiche Immobilien-Magnat Trump sich „als König von New York“, hat ihn hofiert, hat ihm all seine prunkenden Besitztümer persönlich vorgeführt und ihm in  seinem Büro – geradezu erpresserisch – eröffnet. „Was für eine großartige Idee, Donald Trump eine Titelgeschichte in ihrem Magazin zu widmen“ – wovon nie die Rede gewesen war. „Seit er beschlossen hatte, berühmt zu werden und seinen Ruhm zu vermarkten, lebte er mit einem Paradox. Er benutzte die Presse, solange er sie gebrauchen konnte, um bekannter zu werden. Gleichzeitig zog er gegen Journalisten zu Felde, die ihm nicht nach dem Munde schrieben.“ Jürgen Neffe aber hat Trump damals  schlussendlich wohl noch Schlimmeres angetan:Nicht nur, dass er ihm, dem Trump, keine Titelgeschichte verschaffte – er hat sie noch dazu einem anderen gewidmet, den er dann an Trumps Stelle obendrein auch noch als “König von New York“ darstellte: Den „Keeper of the Flame“ der Freiheit in der Statue of Liberty. Und Trump hat, später, als Präsident, Neffe gegenüber die Rolle ausgespielt, die er wahrscheinlich mit besonders großer Leidenschaft spielt: „die der beleidigten Diva“, die aus dem Hintergrund die Strippen der Spionage-Agenten-Story zieht, welche den äußeren Handlungsrahmen dieses Buches bildet.

„Ich bin kein Loser. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie verloren“, hat Donald Trump in einem Gespräch mit Jürgen Neffe erklärt, und sich ihm in anderen Interviews in erstaunlicher Weise geöffnet  – um der erhofften Publicity willen, die er als selbsternannter Star-Performer von Deals, als beispielloser, größter Meister der „Kunst des Erfolgs“ anstrebte.  Er will erreichen, was vor ihm noch keiner geschafft hat. Als Präsident will  er Kennedy übertreffen und der „Sonnenkönig“ des 21. Jahrhunderts sein. Darum geht es ihm – und das ist nun die erstaunlichste Offenbarung dieses  Buches – in seinem skrupellosen Kampf um seine Wiederwahl im November. Es ist eben keineswegs einfach bloß so, wie bisher immer behauptet wird, dass Donald Trump nur den Mitgliedern seines Familien-Clans traut.  „Um sich über alle bisherigen Präsidenten erheben zu können, könnte er mehr im Sinn haben. Einer der Seinen soll ihm nachfolgen. Heiß gehandelt wird sein Ältester, Donald Junior. Damit würden sich die Trumps in ihrer Bedeutung über die Familie Bush hieven, die zwölf Jahre den Präsidenten stellte, vier der Vater, acht der Sohn… Mit einer unmittelbaren Erbfolge könnte Donald I, mittels seines Sohns Donald II eine Dynastie innerhalb der Demokratie im Land der Anti-Monarchisten begründen und sich damit über alle Vorgänger erheben.“

„Ich fürchte“, fährt Jürgen Neffe in seinem Buch fort, „in seinem Drang, alles und jeden zu übertrumpfen, wird er sich mit diesem kleinen Vorsprung nicht zufrieden gebe. Daher tippe ich eher auf Ivanka, sein Lieblingskind. Würde sie zur ersten Präsidentin gewählt, dann wäre ihr gelungen, woran die Clintons mit der Kandidatur der Ehefrau sechzehn Jahre nach dem Auszug des Amtsinhabers aus dem Weißen Haus noch gescheitert sind ….“

Ein unvergleichlicher Roman von hoher politischer Bedeutung für Europa

Was die Lektüre dieses Buches aber so aufregend und unvergleichlich macht, ist noch etwas anderes. Dass Jürgen Neffe diesen Donald Trump mitsamt seiner Politik ebenso wenig leiden kann wie Putin, Erdogan und weitere Hierarchen, wird mehr als deutlich.

Er weigert sich jedoch, Trump als „Monster“ zu sehen und zu verstehen, Er beobachtet und analysiert ihn mit all seinen Eigenheiten, Stärken und Schwächen als Menschen – was meines Wissens so noch keiner versucht und geleistet hat. Darin kommt Jürgen Neffes immense Erfahrung als politischer Reporter, Wissenschaftsjournalist und vor allem als großer Biograph – von Einstein, Darwin und Karl Marx – zum Tragen.Er ist der Erste, der Donald Trump nicht nur ablehnt, sondern bis in kleinste Details und große Zusammenhänge darzulegen versteht, wie und warum, mit welchen Eigenschaften und Mitteln gerade dieser problematische Mann allen Widerständen und Selbstgewissheiten der amerikanischen politischen Eliten und Klassen zum Trotz die kommenden Präsidentschaftswahlen sehr wohl gewinnen und die herkömmlichen USA von Grund auf umstülpen könnte – und niemand in der EU auch nur eine Chance hätte, ihm Paroli zu bieten.

Gerhard Beckmann schreibt hier regelmäßig über „große Bücher“, für Ihre Gespräche mit Kunden, die auf der Suche sind nach besonderem und relevantem Lesestoff.
Deshalb wollen wir im BuchMarkt und auf buchmarkt.de „große Bücher“ klar und deutlich profilieren. Und die deutschsprachigen Verlage darauf hinzuweisen, dass Bücher in erster Linie ein durch nichts anderes zu ersetzendes Medium zur Kommunikation mit und unter Menschen und Lesern ist, mit denen unsere Verlage  darum auch wieder so zu kommunizieren lernen müssen, dass diese Bücher von den Menschen und interessierten Lesern überhaupt gefunden werden können, als Orientierungshilfen für Buchhändlerinnen und Buchhändler, insbesondere denen, die im Ladengeschäft „an der Front“ stehen.

 

Kommentare (1)
  1. Dieses Buch hat Aufmerksamkeit verdient!
    Allerdings sollte ein Artikel nicht so viele Rechtschreibfehler enthalten, die das Lesen erschweren …

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