Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Eine völlig neue Sensibilität für die Literatur des 21. Jahrhunderts“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Der Hochgeehrte mit Hipsterhabitus“: Alle Formen, alle Themen, alle Achtung: Der Büchnerpreis geht in diesem Jahr an den österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz. „Clemens J. Setz denkt und schreibt in Bildern; das macht seine Literatur bei aller Überfülle und Komplexität – sein bislang letzter Roman, Die Stunde zwischen Frau und Gitarre von 2015, hat mehr als tausend Seiten und ist eine Mischung aus Thriller und Unterbewusstseinsreise – so anschaulich.“
  • „Die tote Stadt wird lebendig“: Ein geschärfter Blick für die Dinge des Alltags: Massimo Osanna entwirft ein neues Bild von Pompeji, in dem auch Graffiti und Fast Food Platz finden. „Osanna erzählt von seinem Pompeji, von Entdeckungen seiner Ära. Die Ausgrabung einer Kultstätte, des Fondo Iozzino, hat Gefäße mit Namen der Opfernden ans Licht gebracht: Sprechende Objekte, die Auskunft über eine sozial und ethnisch differenzierte Gesellschaft, ihre Gottheiten und Rituale geben. Der Autor führt den Leser auf den Vicolo dei Balconi im neu freigelegten Teil der Regio V, erklärt Umbauten und Umnutzungen und gleicht ‚Interior Design‘ mit den wechselnden Moden ab.“
    Massimo Osanna, Pompeji. Das neue Bild der untergegangenen Stadt (WBG/Philipp von Zabern)
  • „Sie sehnte die Niederlage der Deutschen herbei“: Als Denunziationen, Kriegslust und Habgier blühten: Anna Haags Tagebuch aus der Zeit von 1940 bis 1945 ist ein Dokument bemerkenswerter Standhaftigkeit. „Müsste der Leser eine Zeitreise in die Jahre 1940 bis 1945 antreten, er wünschte sich wohl die Klarheit und Festigkeit dieser Frau. Selbst wenn vieles uns Heutigen auch fremd bleibt.“
    Anna Haag, Denken ist heute überhaupt nicht mehr Mode. Tagebuch 1940–1945 (Reclam Verlag)
  • „Jedem Erzählen wohnt die Fälschung inne“: Anja Hirschs Debütroman Was von Dora blieb taucht in die Abgründe einer Familie ein. „Anja Hirsch versteht es, ohne Pathos oder Sentimentalität, Zeit- und Familiengeschichte in deren Höhenflügen und Abstürzen lebensnah und spannungsvoll zu verdichten.“
    Anja Hirsch, Was von Dora blieb (C. Bertelsmann Verlag)

  • „Musik für die Regenwürmer“: Clemens J. Setz ist als Schriftsteller einzigartig, er hat eine völlig neue Sensibilität für die Literatur des 21. Jahrhunderts erschrieben. Jetzt bekommt er den Georg-Büchner-Preis. „Die Darmstädter Akademie hat recht, wenn sie Setz auch für seine ‚Menschenfreundlichkeit‘ auszeichnet. Die zeigt sich genau darin, wie grausam und gnadenlos er schreiben kann. Nichts daran ist falsch, und das ist der Trost seiner Literatur.“
  • „Einmal noch ums Ganze“: Der Philosoph Dieter Henrich im autobiografischen Gespräch. Das Buch „ersetzt eine intellektuelle Biografie, und es tut mehr als das: Es zeigt Dieter Henrich als ‚Systementwurf‘ eigenen Rechts, von den Anfängen eines ‚Ich-Bewusstseins‘ in einer lebensbedrohlichen Krankheit, die das zweijährige Einzelkind befiel, bis zur großen Affirmation des ‚Lebens‘, als die Dieter Henrich die Musik des Dirigenten Sergiu Celibidache beschreibt.“
    Dieter Henrich, Ins Denken ziehen. Eine philosophische Autobiographie (C. H. Beck)
  • „Voyeurismus ohne Tränen“: In Carolina Setterwalls Buch Betreff: Falls ich sterbe wird viel geweint. Aber warum berührt es einen so wenig? „Der Ton gleicht sich in allen Kapiteln, die Sätze sind kurze Bestandsaufnahmen ohne schmückende Adjektive, Bilder und Vergleiche. Alle richten sich im Präsens und in Du-Form an Aksel. Das macht das Buch eindringlich. Aber auch eintönig.“
    Carolina Setterwall, Betreff: Falls ich sterbe (Kiepenheuer & Witsch)

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