Umgeblättert Umgeblättert heute: „Was für ein phantastisches Projekt!“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

Hörbuch

  • „Unter die Haut“: Schonungslose Chronik aus dem römischen Proletariat: Michael Rotschopf liest Ragazzi di Vita von Pier Paolo Pasolini. „Es ist eine klas­sische Lesung des Schauspielers Michael Rotschopf, der dem Roman mit kerniger, melodisch ausgebauter Stimme so ruhig und sachlich begegnet, wie es ihm ge­bührt. Elegant die italienischen Namen, Orte, Begriffe einfügend und ohne Angst vor den Vulgaritäten, Flüchen, Verbal­injurien aus dem Wortschatz des römischen Subproletariats, blättert er Pasolinis schonungslose Chronik einprägsam auf.“
    Pier Paolo Pasolini, Ragazzi di Vita (gelesen von Michael Rotschopf; Verlag Speaklow)
  • „Geblendet vom gelben Schrecken der Sonne“: Klassiker der afroamerikanischen Literatur: Richard Wrights Mann im Untergrund in einer gelungenen Lesung. „Richard Wright hat „Der Mann im Untergrund“ als formal vom Jazz inspirierte Improvisation über das Thema der allgegenwärtigen Schuld bezeichnet. Der allegorisch-surreale Mittelteil kann allerdings nicht völlig überzeugen. Gerade das Surreale bedarf einer inneren Plausibilität und braucht das suggestive realistische Detail, durch das es glaubhaft wird.“
    Richard Wright, Der Mann im Untergrund (gelesen von Patrick Abozen und Timo Weisschnur; Argon Verlag)
  • „Wimmernde Orgeln“: Wenn die Hammondorgel wimmert: „Die Non Paul Temples“ von Francis Durbridge. „Nach der „Großen Paul-Temple-Box“ bringt der Audio Verlag jetzt eine MP3-Disc mit vier „Non-Paul-Temples“ der Rundfunkgeschichte in bester technischer Qualität heraus. Sen­sationsheischenden Blechbläserakkorden und dem Wimmern einer Hammondorgel folgt die vielsagende Ankündigung: ‚Aus Studio 13, dem Studio für Kriminalisten, hören Sie . . .'“
    Francis Durbridge, Die Non-Paul-Temples. Hörspiele mit Peter Fricke, Heinz Schimmelpfennig, Ingeborg Lapsien u.a. (Der Audio Verlag DAV)
  • „Verhaftet für ein Lachen“: Unfreiwilliger Ortswechsel: Seit fünf Jahren können Autoren im deutschen Exil Weiter Schreiben. „Was für ein phantastisches Projekt! Literarisch tätige Menschen aus vielen Ländern schreiben nach der Flucht weiter und beginnen nach dem Ortswechsel neue Wortwechsel mit Autoren hierzulande, die oft selbst einst aus anderen Staaten und Sprachen kamen. Eine Zwischensumme des von Annika Reich geleiteten Unternehmens bietet jetzt ein breites Panorama von Stimmen und Formen als fast zehnstündiges Hörbuch.“
    „Weiter Schreiben. (W)ortwechseln. Literarische Begegnungen mit Exil-Autor*innen“.  (hrsg. von Dima Al Bitar Kalaji, Christiane Collorio, Annika Reich; Der Hörverlag)

  • „Der stumpfe Glanz der Diktatur“: Tillmann Bendikowski zeigt eindrucksvoll, wie die allermeisten Deutschen sich 1938/39 mit Hitlers Regime arrangiert hatten. Das allzeit Bedrohliche und die Judenverfolgung störten offenbar nicht. „Absurdes und Bedrohliches lagen nicht nur an ‚Führers Geburtstag‘ dicht beieinander, das zeigt Tillmann Bendikowskis gelungenes Buch.“

    Tillmann Bendikowski, Hitlerwetter. Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938/39 (C. Bertelsmann)

  • „Wegweiser für die Demokratie“: Der Politiker Albert Grzesinski und die Weimarer Republik. „Seine Klarheit und Geradlinigkeit ist an vielen Stellen beeindruckend, viele Gedanken sind historisch lehrreich – und ebenso aktuell.“

    Albert Grzesinski, Politische Reden 1919 – 1933. Herausgegeben von Dietfrid Krause-Vilmar. Reihe: Weimarer Schriften zur Republik (Franz-Steiner-Verlag)

 

  • „Bis zum letzten Pantoffeltierchen“: Alles ist ein großes Wunder: Angela Köckritz’ ausgesprochen tröstliches Buch über Freude bietet eine Anleitung zum Glücklichsein. „Köckritz’ Buch ist eine Reiseapotheke, vollgestopft mit Medikamenten gegen das Leiden am Leben, gegen die – wie George Steiner das 2005 nannte – Sadness of thought. Denken mag traurig machen, aber es stellt auch die Gegengifte.“
    Angela Köckritz, Freude – Über die Entdeckung der Leichtigkeit (Berlin Verlag)
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