Buchladen Bayerischer Platz in Berlin Christiane Fritsch-Weith verabschiedete sich nach 47 Jahren in den Ruhestand

Mit einem rauschenden Fest verabschiedete sich Buchhändlerin Christiane-Fritsch Weith am Freitagabend in einem Restaurant am Bayerischen Platz in Berlin-Schöneberg von ihren Kundinnen und Kunden. 47 Jahre führte sie den 1919 gegründeten Buchladen Bayerischer Platz und machte ihn mit ihrer passgenauen Beratung und einem hochkarätigen Veranstal­tungs­programm zu einer ersten Adresse für kleine und große Literaturfreunde. Anfang dieses Jahres hat sie ihren Buchladen wie berichtet mit 73 Jahren in jüngere Hände gegeben, an Joachim Fürst, den Inhaber der autorenbuchhandlung.

Christiane Fritsch-Weith begrüßt 200 Gäste

Gut gelaunt begrüßte die Buchhändlerin über 200 Kundinnen und Kunden, Autorinnen und Autoren, die jede Menge Blumen und Geschenke mitbrachten. Als echten Abschied wollte sie den Abend jedoch nicht verstanden wissen, schließlich wird sie weiterhin im Kiez leben und unterwegs sein. Ihren Sprung in die Selbständigkeit hat sie nie bereut. „Ich habe den schönsten Beruf gefunden, den ein Mensch überhaupt haben kann“, betonte sie in einer kurzen Ansprache, in der sie vom Buchhändlerberuf und ihrem persönlichen Werdegang erzählte. Ihr Vorbild war Sylvia Beach, die ebenfalls 1919 in Paris die legendäre Buchhandlung Shakespeare & Company gründete. Und wie Sylvia Beach ist es auch Christiane Fritsch-Weith vom ersten Tag an gelungen, den Buchladen zum Treffpunkt der literarischen Szene zu machen. Zahlreiche Autoren seien zu Freunden geworden, erzählte sie, darunter Monika Maron, Jakob Hein und Andreas Hoppe, die mehrmals im Buchladen zu Gast waren und an diesem Abend mitfeierten. Fröhlich verkündete die Buchhändlerin, dass das Ton- und Videomaterial ihrer Lesungen im Literaturarchiv Marbach aufgenommen wird.

Die Buchhändlerin im Gespräch mit Joachim Fürst und Andreas Hoppe (r.)

Mit dem Buchladen befreundet habe sich auch der neue Inhaber. Die Kundinnen und Kunden werden die Staffelübergabe wohl kaum spüren: „Die eigentlichen Chefs sind Sie, die Leserinnen und Leser“, sagte die Buchhändlerin und zitierte Aldous Huxley: „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu ungeträumten Möglichkeiten.“ Bei Live-Musik, Wein und bayerischen Spezialitäten zeigte die Buchhändlerin, dass sie nicht nur etwas von Büchern, sondern auch vom Feiern versteht, und die Gäste erzählten sich an diesem schönen Sommerabend viele Geschichten aus ihrem Buchladen.

ml

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