Frankfurter Buchmesse: IG Regionalia will mehr Buchhändler erreichen

Am Messefreitag fand ein Treffen der IG Regionalia auf der Buchmesse statt. Rund 30 der insgesamt etwa 80 Mitglieder der Interessengemeinschaft im Börsenverein des Deutschen Buchhandels waren dazu zusammengekommen, außerdem Anke Simon und Birgit Koch von der Geschäftsstelle.

Auf dem Podium hatten Michael Kohler, Silberburg-Verlag, Jürgen Kron, Droste-Verlag, Sonia Lauinger, Lauinger Verlag, und Ingo Halscheidt, Bebra Verlag, Platz genommen. Kron begrüßte die Anwesenden und bedauerte, dass kein Vertreter einer Buchhandlung dabei war. „Unsere Bemühungen, Buchhändler einzubeziehen, sind wohl nicht sehr erfolgreich“, stellte er fest und berichtete auch von der aufgrund geringer Beteiligung abgeblasenen Aktion Schaufenster NRW.

Die vom 15. bis 30. September 2017 durchgeführten dritten Regionalbuchtage seien schwach angenommen worden. „Viele Buchhändler sagten: ‚Wir haben das ganze Jahr Regionalbuchtage’ und begründeten so ihre Ablehnung, an dieser Aktion teilzunehmen“, erklärte Kron.

Die erste Jahrestagung der IG wurde von vielen gut bewertet. Die Tagungen sollten fortgesetzt werden, möglicherweise mit einem gemütlichen Treffen am Vorabend oder im Anschluss. Für 2018 wurde der Termin 4. Juni festgelegt – mit einem anschließenden Abendessen.

Viele Themenvorschläge kamen zur Sprache; Metadatenverschlüsselung, Webshop, VLB-TIX, gemeinsame Marketingaktionen mit dem Buchhandel und eine bessere Vernetzung, die Stärkung der Bewegung buy local. Annette Sievers, Peter Meyer Verlag, schlug vor, Organisatoren von Frankfurt liest ein Buch einzuladen. Ebenfalls eingeladen werden sollte die Bücherinsel Dieburg.

Birgit Koch informierte darüber, dass die Werbemittel von den Buchhandlungen zwar abgerufen werden, Regionalia sich jedoch immer ganz gut verkaufen lassen. „Aber wichtig wäre doch, die Regionalia raus aus der Ecke und in die Lauflage zu bringen“, bemerkte Jochen Große Entrup, Gmeiner-Verlag. „Wir sollten zu den Regionalbuchtagen auch Museen, Gästeführer und Kinos ansprechen. In Worms ist das gut gelaufen“, äußerte Berthold Röth, Worms Verlag, und zeigte als Beispiel einen Flyer. Damit könne auch öffentlich geworben werden, das fehle oft bei den Regionalbuchtagen. „Es geht auch darum, dass mehr Verlage mitmachen und ihre Veranstaltungen bei uns melden, damit sie im Internet gefunden werden können“, unterstrich Anke Simon. Von der Geschäftsstelle seien Aktionspakete geschnürt und auch abgerufen worden.

„Der Vorschlag aus Worms könnte durchaus auf andere Städte übertragen werden“, sagte Sewastos Sampsounis, Größenwahn-Verlag, und meinte ergänzend: „Manchmal muss man als Verlag seine Lieblingsbuchhandlungen mit kleinen, sinnvollen Dingen überraschen.“

Simon sprach an, dass Börsenverein und IG die Tagung 2018 vorbereiten. Dabei werde auch das Schönste Regionalbuch gewählt. Viele Teilnehmer am Gespräch sprachen sich für die Fortsetzung der Regionalbuchtage, die es ja erst seit 2015 gibt, aus. Man brauche halt einen langen Atem. Alexander Schulz, Marketing Gmeiner-Verlag, bot an: „Gerne helfe ich mit.“ Entrup fügte hinzu: „Wir müssen aktiv auf die Buchhändler zugehen.“ „Wir sollten allerdings auch an die Endkunden denken“, bemerkte Michael Kohler. „Und uns mit anderen Einrichtungen wie beispielsweise den örtlichen IHK koordinieren“, ergänzte Entrup.

Simon kam noch einmal auf den Wettbewerb Schönstes Regionalbuch zurück. Es werde nach dem Probelauf in diesem Jahr wieder einen Aufruf an alle Verlage geben, höchstens zwei Bücher einzuschicken, die Teilnahmegebühr beträgt wie beim Wettbewerb Schönste deutsche Bücher 50 Euro pro Titel. „Zu den bekannten Kategorien der Stiftung Buchkunst wird es beim Schönsten Regionalbuch noch die Kategorie Regionalia geben“, erklärte Simon und betonte die gute Kooperation mit der Stiftung. Der Wettbewerb Schönste deutsche Bücher und der Wettbewerb Schönstes Regionalbuch sind im übrigen zwei voneinander getrennte Kontests.  Für 2018 ist die Jahrestagung wieder in Frankfurt geplant, in den nächsten Jahren könnte sie dann in der Stadt organisiert werden, aus der das schönste Regionalbuch kommt. „Wir wollen mit dem Wettbewerb das Thema Regionalia stärker bildlich zeigen“, erläuterte Simon. Es werde 2018 keine Shortlist geben, die Jury werde aus Fachleuten, nicht aus Verlegern bestehen. Allerdings wolle man einen Touristiker hinzuholen. Annette Sievers wandte ein, dass es dennoch schwierig werde, sich auf einen Titel aus allen Kategorien zu einigen.

Fazit: Die IG Regionalia will auf alle Fälle sowohl die Regionalbuchtage als auch den Wettbewerb fortsetzen – und versuchen, mehr Buchhändler einzubeziehen.

JF

 

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