Auszeichnungen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk zum diesjährigen Träger des Friedenspreises gewählt.

Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 23. Oktober 2005, in der Paulskirche statt und wird live im ZDF übertragen. Der Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: “Mit Orhan Pamuk wird ein Schriftsteller geehrt, der wie kein anderer Dichter unserer Zeit den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen nachgeht, einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründet. Orhan Pamuk hat ein Werk geschaffen, in dem Europa und die muslimische Türkei zusammenfinden. In seinen Romanen “Die weiße Festung”, “Rot ist mein Name” oder “Schnee” verbindet er orientalische Erzähltraditionen mit den Stilelementen der westlichen Moderne und entwickelt Bilder und Begriffe, die unsere Gesellschaft in einem nicht eng verstandenen Europa gebrauchen wird. So eigenwillig das einzigartige Gedächtnis des Autors in die große osmanische Vergangenheit zurückreicht, so unerschrocken greift er die brennende Gegenwart auf, tritt für Menschen- und Minderheitenrechte ein und bezieht immer wieder Stellung zu den politischen Problemen seines Landes.”

Orhan Pamuk, geboren am 7. Juni 1952 in Istanbul, wuchs in einer gutbürgerlichen Familie auf. Er studierte Architektur und Journalismus, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er gilt als einer der bedeutendsten Prosaschriftsteller der jüngeren türkischen Generation. Seine Werke wurden bislang in 34 Sprachen übersetzt und in über 100 Ländern veröffentlicht.

Bereits für seine beiden ersten Romane “Cevdet Bey ve Ogullari” (1982) und “Sessiz Ev” (1983), die bislang nicht auf Deutsch erschienen sind, wurde Pamuk mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Internationale Anerkennung errang er mit den Werken “Beyaz Kale” (1985, dt. “Die weiße Festung” 1990), “Kara Kitap” (1990, dt. “Das schwarze Buch” 1995) und “Yeni Hayat” (1994, dt. “Das neue Leben” 1998). Für “Benim Adim Kirmizi” (1998, dt. “Rot ist mein Name” 2001), einem Künstler- und Kriminalroman, der im 16. Jahrhundert angesiedelt ist, erhielt Pamuk neben dem hoch dotierten IMPAC-Literaturpreis weitere internationale Auszeichnungen. “Kar” (2002, dt. “Schnee” 2005), Pamuks Roman über den Dichter Ka, der in eine verschneite südostanatolische Provinzstadt reist, den Putsch eines Schauspielers miterlebt, die Liebe entdeckt und einen Gedichtzyklus in Form eines Schneekristalls schreibt, wurde von der Kritik hoch gelobt und in der New York Times als das beste ausländische Buch 2004 gefeiert.

Orhan Pamuk hat eine Tochter und lebt in Istanbul.

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