Wilhelm Hausenstein Ehrung für Isolde Ohlbaum

Isolde Ohlbaum (c) Isolde Ohlbaum

 

Michael Krüger. der langjährige Hanser Verleger und 2013 bis 2019 Präsident der Akademie wird ihr Laudator sein und er sagt: „Isolde Ohlbaum hat in jahrzehntelanger Arbeit eine Literaturgeschichte in Autorenportraits zusammengestellt, die einzigartig ist in Europa. Wer bei ihr Aufnahme gefunden hat, ist nicht verloren. Wenn die schriftliche Literaturgeschichte oft wählerisch oder sogar ungnädig ist und fallen lässt, wer ihr und dem Zeitgeist nicht passt, so ist Isolde Ohlbaums Galerie unbestechlich. Unabhängig von dem, was auf dem Papier steht, zeigen ihre Porträts das wahre, unverfälschte Gesicht der Literatur“.

 

Autorenfotografie ist ja ein Schwerpunkt ihrer Arbeit, schon seit vielen Jahren.  Als Beleg ein Gruppenfoto aus dem Jahr 1981:  Peter Hamm, Oskar Pastior, Christoph Meckel, Isolde Ohlbaum, Rolf Haufs (v.l.n.r.)

 

Die Fotografin Isolde Ohlbaum wurde in Moosburg an der Isar geboren und lebt seit ihrer Kindheit in München. Dort besuchte sie von 1970 bis 1972 die »Bayerische Staatslehranstalt für Photographie«. Nach Anfängen im Fotojournalismus wurde das Porträtieren von Schriftstellerinnen und Schriftstellern zu einem wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Michael Krüger hat sie deshalb einmal als „Schriftstellergesichtsforscherin“ bezeichnet. Ihr umfangreiches Fotoarchiv dokumentiert die internationale Literaturszene seit mehr als vierzig Jahren. Allein auf hunderten von Buchtiteln finden sich ihre Fotografien und zwanzig eigene Bücher zu unterschiedlichen Themen sind im Lauf der Jahre erschienen, oftmals unterlegt mit Gedichten und Texten aus der Weltliteratur: Denn alle Lust will Ewigkeit (1987), Im Garten der Dichter (1997), Bilder des literarischen Lebens (2008), Lesen und Schreiben (2017). Ihr Bildband Von Ali bis Zappa (2014) wurde für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert. Seit diesem Jahr ist Isolde Ohlbaum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Kommentare (1)
  1. Literaturpäpste meinten es zu sein, doch Isolde Ohlbaum wurde es wirklich: nämlich Chronistin der deutschen Literatur. In ihren Fotos werden nicht nur einzelne Autorinnen und Autoren weiterleben, sondern es wird auch die Zeit sichtbar, in der sie gelebt haben. Sensationen hat sie nicht ablichten wollen. Immer waren es sprechende Porträts, bei Gruppenfotos sogar ganze Bilder-Galerien, ganze Literatur-Dekaden. Gratulation auch von mir zu dieser Ehrung!

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