Was macht eigentlich ... Bodo Harenberg (85)

Bodo Harenberg in seinem Skulpturenpark

Bodo Harenberg, der Gründer des Buchreport, der Macher der SPIEGEL-Bestsellerliste, der Erfinder der Chronik des 20. Jahrhunderts, der Bauherr des Harenberg City-Centers, wird heute 85 Jahre alt. Nach mehr als 1500 hochkarätigen Kulturveranstaltungen in diesem einst höchsten Haus von Dortmund lebt er in einem alten Fachwerkhaus nahe Dortmund, aber auch in Wien.

Erst nach der Lektüre seines Buches „Zukunft ist immer“, das er aus Anlass seines achtzigsten Geburtstages geschrieben hat („nur für meine Familie und engste Freunde, aber ein bisschen auch für mich selbst, weil es in der Eile des Lebens kaum Gelegenheit gab, sich einzelner Ereignisse zu erinnern“) habe ich gemerkt, dass er „under cover“ schon lange vor den weit über tausend Büchern, die er später im eigenen Verlag betreut hat, hoch erfolgreiche Buchserien für andere Verlage erfunden und entwickelt hatte.

Dazu gehörten – was ich tatsächlich nicht wusste – u.v.a. der Aral Schlemmer-Atlas, die Knaur Kulturführer, das Große ADAC – Winterbuch oder Das große Deutschland – Reisebuch für den RV Verlag und für Mair die Erfindung und Produktion einer Reiseführer – Reihe unter dem Namen Baedeker. Und als ich ihn kürzlich mit meinen Freunden Lutz Lewejohann und Michael Tochtermann in Schwerte besuchte, haben mir die beiden die Augen dafür geöffnet, wie sehr er auch das Buchmarketing umgekrempelt und mit seinen oft auch riskanten Innovationen die Branche geprägt und bis heute noch nachwirkend beeinflusst hat.

Vor ein paar Jahren hat es der damalige Droemer – Verleger Dr. Hans-Peter Übleis deshalb auf den Punkt gebracht: Der Erfinder auch der Die bibliophilen Taschenbücher ist für ihn „einer der ganz Großen der Buchbranche“. Das sehe ich heute auch so, als Wettbewerber war mir über viele Jahre der Blick dafür aber verstellt gewesen.

Über diese unsere Branche, die „uns beiden Chancen ermöglicht hat, die es heute wohl für uns so nicht mehr geben würde“ (Bodo Harenbeg) haben wir uns in den letzten Jahren immer wieder unterhalten, und über diese langen Gespräche sind wir zu Freunden geworden.

Ich habe Bodo gefragt, wie er sich jetzt mit Blick auf seinen heutigen 85. Geburtstag fühlt. Und er sagt: „Wenn das Datum nicht verbürgt wäre, könnte ich mir nicht vorstellen, jetzt so alt zu werden, wie man es beim Gedanken an andere Menschen mit Methusalem-Status für unglaublich gehalten hat. Aber es ist so, und es ist eigentlich auch nicht schlecht, nun zu den Veteranen zu gehören. 

Privatausgabe „Zukunft ist immer“: Nur für Familie und Freunde geschrieben

Ich genieße es, meine Zeit zwischen Wien und meinen Haus in Schwerte, und damit zwischen einer der schönsten europäischen Städte und ländlicher Idylle, zu teilen. Meine Frau und ich pendeln ja seit Jahrzehnten und lieben diesen Rhythmus. Bei meinen Wien – Aufenthalten stehen Oper, Theater und Museen auf dem meist dicht gedrängten Programm. In Schwerte widme ich mich meinem westfälischen Bauernhaus, das eimal weithin bekannte Ausflugsgaststätte war und nun Refugium geworden ist. Außen sieht das Haus noch (fast) genauso aus wie vor 200 Jahren, das Innere wird bestimmt von Büchern, Kunst, modernem Design und neuester Technik. Seit dem Verkauf der Verlage und des Harenberg City-Centers habe ich begonnen, das ziemlich große Grundstück für mich zu entdecken, allerdings nicht als Gärtner, sondern mit dem Ziel, einen kleinen privaten Skulpturenpark entstehen zu lassen.

Wenn nicht in Wien oder Schwerte, bin ich viel unterwegs, besuche Museen, Galerien und Künstler, wandere mit Freunden und versuche, Kopf und Körper fit zu halten.“

Auch Deine Disziplin, die dazu gehört – jeden Morgen schon vor fünf Uhr aufzustehen („sonst reicht der Tag nicht“) – bewundere ich. Glückwunsch zum Geburtstag an meinen „langjährigen Rivalen und Freund“ – diese Zeile aus einer Deiner Mails an mich schicke ich heute mit Stolz an Dich zurück. Dein C. 

Kontakt: bodo.harenberg@icloud.com

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