Esther Madaler über die Entwicklung des eBook-Labels more zum Printprogramm „Leser:innen entscheiden, welche Titel ihren Weg in den stationären Handel finden“

Esther Madaler : „Wir haben schon vor Jahren begonnen, den Markt anders zu denkenund sowohl im E-First als auch im Verbund mit Aufbau Audio neue Wege zu gehen“

Sie weiten Ihr eBook Label more in den Printbereich aus. Ich dachte immer, die Richtung der Verwertungskette sei umgekehrt?

Esther Madaler: Wir sind das beste Beispiel dafür, dass Verwertungsketten auch umgekehrt sehr erfolgreich sein können. Gerade in Zeiten der Digitalisierung, der Ressourcenknappheit und der hohen Energiekosten ist dieser Ansatz im Rahmen unserer digitalen Strategie sehr zeitgemäß. Zusammen mit Verlagsleiter Oliver Pux haben wir schon vor Jahren begonnen, den Markt „anders zu denken“ und sowohl im E-First als auch im Verbund mit Aufbau Audio neue Wege zu gehen.

Welche Wege meinen Sie?

More ist als Digitallabel gestartet, und nach zahlreichen Leser:innenwünschen haben wir uns dieses Jahr dazu entschlossen, eine Auswahl von more -Titeln künftig als Buch verfügbar zu machen. Der Fokus unsere Labels bleibt aber weiterhin auf E-First, denn das ist für uns zielgruppen-, markt-, und zeitgerecht. 

Und was ermutigt Sie dazu? 

more um ein Printprogramm zu erweitern, wurde von unseren Leser:innen an uns herangetragen. Der Wunsch, die Bücher verschenken zu können, der besten Freundin zu empfehlen oder aber auch um sie ins Regal stellen zu können, ist ein Wunsch unserer Zielgruppe, der uns freut und dem wir natürlich gerne nachkommen. Gleichzeitig ist more ein Imprint, das innerhalb der Aufbau Verlage eigene Akzente setzt und das Portfolio der sehr unterschiedlichen Programme abrundet.

Ist der Printmarkt nicht schon jetzt eher überbesetzt?

Die aktuelle Lage am Printmarkt ist nicht leicht, und die Branche steht vor großen Herausforderungen. Wir tragen dem Rechnung, indem wir lediglich eine kleine Auswahl unserer more-Titel drucken – zwei Bücher pro Monat. Bei uns entscheiden die Leser:innen, welche Titel ihren Weg in den stationären Handel finden. Dadurch umgehen wir das Risiko an den Wünschen der Kund:innen „vorbeizuproduzieren“.

Wie  machen Sie das? 

Wir bedienen nicht alle Romance Genres, sondern achten bei unseren Titeln auf ein modernes, emanzipiertes Frauenbild, einen guten Plot und eine sehr gute Textqualität. Zudem geht es thematisch nicht um die erste Liebe, sondern um Protagonist:innen, die mitten im Leben stehen und wissen, was sie wollen und wer sie sind. Hierbei setzen wir auf einen Mix aus deutschen und amerikanischen Autorinnen, die bereit sind, mit uns den Weg in neue Erlösmodelle und neue Formen der Rechteverwertung zu gehen.  Unter anderem haben wir das große Glück mit Claire Kingsley eine amerikanische Bestsellerautorin im Programm zu haben, die im E-Book fünfstellige Verkaufszahlen aufweist und auch auf dem Audiomarkt ganz vorne positioniert ist. Aus den Reihen der deutschen Autorinnen sind wir sehr stolz Melanie Lane verlegen zu dürfen, die bereits eine große Fanleser:innenschaft mit den digitalen Titeln begeistert hat und nun sehnsüchtig im Print erwartet wird. Und zu guter Letzt fließen natürlich viel persönliche Erfahrung, Leidenschaft und Herzblut in unsere Titel. 

 Gibt es denn schon Rückmeldungen aus dem Handel…?

Das Feedback aus dem Handel ist überaus positiv, und wir freuen uns sehr, dass wir nun auch die buchaffine Leser:inennschaft erreichen und mit unseren Titeln begeistern können.

Und Ihre Grundstimmung jetzt?

Wir sind begeistert und noch motivierter! more hat sich seit der Gründung 2019 hervorragend entwickelt, das Printprogramm ist somit eine logische Konsequenz dieses Erfolges. Für uns steht fest: Die Zukunft gehört der Liebe!

Die Fragen stellte Cristian von Zittwitz

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