Was macht eigentlich ... Volker Neumann (80)

Volker Neumann: „Dass Heinz Friedrich mich einst ohne jeglichen Nachweis ausreichender Erfahrung zum Werbeleiter des dtv berufen hatte, war mein Start in die Verlagsbranche“

Heute wird Volker Neumann 80 Jahre alt. Das war Anlass ihm zu gratulieren (das machen wir heute hier ausführlich) und ihn zu fragen, wie er sich nach den vielen turbulenten Jahren in der heutigen Verlagsgruppe Random House fühlt und was er heute macht. Und auch zu fragen, ob es etwas gibt, was ihn heute noch stolz macht.

Dazu schreibt er mir: „Ich genieße meine beiden Leben, die Weite, die Ruhe, die „unbegrenzte“ Freiheit auf dem Land in der Nähe von Neuruppin, den grossen wunderbaren Garten dort. Und dann wieder das quirlige Leben in der Hauptstadt mit den verschiedensten, vielfältigen Angeboten. Jetzt kann ich sie nutzen, jetzt habe ich die Zeit dazu.

Natürlich macht es mich wehmütig, das ich inzwischen doch auf das einst so geliebte Skifahren verzichten muss, auf das Motorradfahren und all die wunderbaren Touren mit den Bookbikern. Das Altern hinterlässt halt doch seine Spuren.  Nun fahre ich eben nicht mehr mit meinem Motorrad, sondern mit meinem Rasentrecker, das macht auch Spaß. Was im Klartext aber auch heißt: Zusammen mit meiner Frau genieße ich meinen „Ruhestand“ – und hoffe, es möge noch lange so weitergehen.

Stolz blicke ich auf meine rund 25 Jahre Arbeit für die Verlagsgruppe Bertelsmann zurück, in der wir die Verlage mit großartigen Kolleginnen und Kollegen zum Erfolg führen geführt haben, mit spannenden Büchern und guten Verkaufsideen. Natürlich auch auf meine Zeit als Direktor der Frankfurter Buchmesse, die wir aus schwieriger wirtschaftlicher Lage, mit Einsatz und Elan, wieder zum Erfolg führen konnten. 

Langjährige Freundschaften verbinden Hilde und mit auch heute noch mit der Branche. Aber eines darf ich nicht vergessen: Ich hätte mit einem Dank an Heinz Friedrich anfangen müssen. Dass er mich einst ohne jeglichen Nachweis ausreichender Erfahrung zum Werbeleiter des dtv berufen hatte, war mein Start in die Verlagsbranche“.

Lieber Volker,

schieb die Schuld für Deine spätere Karriere nicht auf den unvergessen Heinz Friedrich. Er hat halt früh erkannt, welche Fähigkeiten in Dir steckten. Ob er auch mal wie Du Fähnleinführer bei den Pfadfindern war? Wenn keiner wusste, wohin es nun lang gehen müsse, hat er wie Du für seine Truppe immer den richtigen Weg gefunden. 

Dein Christian 

Und jetzt geht es weiter zu den heute fälligen Gratulationen von Freunden und Kollegen:

Tom Kirsch: Volker Neumann wird 80! Irgendwie finde ich, kannten wir uns schon immer, obwohl wir uns erst recht spät in den 90ern während einer längeren Dienstreise begegnet sind. Allerspätestens seitdem war er für mich die Nummer 1! Von der unkomplizierten Diskussion über Gegenwart und Zukunft des deutschen Buchhandels bis zum Wasserski: Volker Neumann setzt alles mit Leidenschaft und vor allem mit unendlichem Spaß und Erfolg um. Und das ist wohl das Verbindende im letzten Vierteljahrhundert zwischen uns gewesen. Die Liste der Taten haben in vielen Bereichen unserer Branche nachhaltig bleibende Spuren hinterlassen. Würde man beispielsweise bei 1989/90 über die erfolgreiche Markteintrittsstrategie in der DDR anfangen zu sprechen: ich würde kaum am heutigen Tag zu Ende kommen mit dem Erzählen… Wer den Wikipedia-Artikel kennt, wird wissen, dass Volker Neumann ziemlich viele verschiedene Seiten des Lebens kennt. 

Ich will ihm heute ein aus dem Herzen kommendes Danke zurufen und vor allem Spaß, Glück und Gesundheit wünschen und nun anderen Raum lassen, den Großfürst des Buchgeschäftes zu ehren. 

Dein Tom.

Klaus Eck: Lieber Volker – als wir beide genau halb so alt wie Du heute waren, hatten wir, zumindest beruflich, die schönste Zeit unseres Lebens! Mit Goldmann damals die (Verlags-) Welt aus den Angeln zu heben war einfach großartig! Und mit Dir als Gary Larson Kumpel-Bär (remember?) an der Seite noch großartiger! Danke Dir für eine wunderbare Zeit!  Und heute alle guten Wünsche für Dich zu Deinem Geburtstag! Ad multos annos, pflegte Gert zu sagen! So sei es! Herzlich,

Dein Klaus

Günter Mattei: Lieber Volker, alle besten Wünsche zum Achtzigsten!

Vor 35 Jahren warst du grad mal 45, ich 40 und Josef Schaaf noch zarte 35. So manchen Abend verbrachten wir damals gemeinsam beim Marzemino an der Network-Bar in der Osterwaldstraße. Und ein häufiges Thema dabei war meine – von dir ungeliebte Zusammenarbeit mit dem Heyne-Verlag – damals umsatzmäßig noch die Nummer eins beim Taschenbuch. Das wurmte dich gewaltig, denn du wolltest unbedingt der Erste sein und es war dein erklärtes Ziel, Rolf Heyne – mit dem ich ja auch befreundet war – um jeden Preis zu überholen, was dir dann mit deinem unbedingten Willen auch irgendwann gelang. 

Ich hielt mich bei dieser Sache raus und schaffte es auch, die Dinge sauber zu trennen. Die Bücher wurden bei Rolf verlegt, die Werbung machten ich gemeinsam mit Josef für dich. Es gab natürlich einige Male gegenseitige Versuche von Regelverletzungen, ging aber erstaunlicherweise über viele Jahre für alle gut.  

Wobei ich mich an eine Sache sehr gut erinnere. Beim leidigen „Thema Nummer 1“ wollte ich immer wieder mal von dir wissen, was du tun würdest, wenn du es schaffen solltest Erster zu werden. Ich glaube du hattest mir diese Frage nie zufriedenstellend beantwortet? Aber jetzt wissen wir´s endlich – Achtzig werden!                              

Lutz Gehrken: 

Lieber Volker, ich gratuliere dem Jean Gabin des deutschen Verlagswesens zum 80.Geburtstag!

Viel Glück für die nächsten 10 Jahre!!

Kalle Schaefers:  Lieber Volker, dass Du 80 Jahre alt wirst, kann ich kaum glauben. Mir kommt es wie gestern vor, als ich 1993 nach München kam. Das war der Moment, wo ich mit Dir zusammenarbeiten durfte. Es gibt wohl kaum einen Vorgesetzten, der zum Start in einen neuen Job seinen Kollegen zu allen wichtigen Kunden begleitet. Damit hast Du für mich damals einen wichtigen Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit gelegt. Dafür danke ich Dir sehr. Ich habe immer bewundert, wie Du unsere Kunden begeistern konntest, wenn Du unsere Programme und Marketingaktionen präsentiert hast. In dieser Zeit habe ich viel von Dir gelernt. Auch in Sachen „Kundenbindung“ warst Du ein echter Profi. Ob es Workshops, Studienreisen und nicht zuletzt unsere legendäre, jährliche Floßfahrt auf der Isar waren. Alle diese Veranstaltungen haben einen großen Teil dazu geleistet, dass der Goldmann Verlag die Nr. 1 im Taschenbuchmarkt wurde. Das war das große Ziel, und Du hast es, zusammen mit Deinem Team erreicht. Wir haben hart dafür gearbeitet, aber es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Ich bin stolz darauf, dass ich dabei sein durfte. Dieser Erfolg im Taschenbuchmarkt war auch die Basis für den Erfolg der Verlagsgruppe, die durch die Verschmelzung der Taschenbuchverlage mit den anderen Publikumsverlagen dann zu Deinem Verantwortungsbereich gehörte. Seit Jahren verbringst Du nun viel Zeit auf Mallorca. Die Liebe zu dieser Insel verbindet uns Beide. Leider haben wir uns dieses Jahr knapp verpasst. Ich hoffe wir sehen uns dort spätestens im nächsten Jahr wieder. Ich wünsche Dir, dass Du noch lange gesund bleibst und viel Zeit dort verbringen kannst. Mein lieber Volker, lass Dich feiern, genieße den Tag, und auf ein baldiges Wiedersehen. Herzliche Grüße 

Dein Kalle

Lutz Lewejohann: Die tägliche Happy Hour war für uns das Größte, richtig?
Eins von hunderten gemeinsamen Erlebnissen mit dir, an die ich immer wieder gerne zurückdenke.
DANKE Volker.
Dein Lutz.

Elke Horn: Volker Neumann habe ich kennengelernt, als ich morgens gegen 7 Uhr vor meiner ersten Goldmann Floßfahrt (einer von 25) ein Weißbier vor die Nase gestellt bekam, weil das in Bayern zwingend zu der Weißwurst zum Frühstück gehört…?  Endgültig klären, ob das so stimmt, konnte ich es an dem Tag nicht, ich war viel zu beschäftigt zu lachen, zu trinken, zu lachen, zu tanzen, zu lachen … Aber dass bei Goldmann in den 90gern nicht nur auf dem Floß was los war, lieber Volker, habe ich in den folgenden erfolgreichen Jahren schnell gelernt. Danke für Deine ansteckende Begeisterung, die nicht nur mich im Verlag, sondern Buchhändler*innen von überall her mitgenommen haben (auf Reisen nicht nur im Kopf). Vielen Dank dafür und alles Liebe für die Jahre die kommen.

Stephan Schierke: 80 Jahre Volker Neumann, zwölf davon werde ich nie vergessen: Sensationelle Erfolge, gratis Schlitten dank „Laras Tochter“, Goldmann Floßfahrten, Mittlerer Hasenpfad, Feierabend Bier in der Neumarkter Straße, Expo 2000, Schottenhamel, Kroatien und natürlich Route 66. Nicht die Jahre in unserem Leben, sondern das Leben in unseren Jahren zählt – besser geht es nicht, nur weiter so und alles Gute!

Josef Schaaf: Wer hätte gedacht, dass ich heute Volker zum 80zigsten gratulieren darf. Ich habe vor 42 Jahren den Goldmann Verlag wegen ihm verlassen. Das behaupteten nicht nur einige Kollegen, sondern auch Volker. Die Wahrheit ist wie immer viel banaler. 

Wir haben schneller wieder zusammengearbeitet als gedacht. Sein Verlag hatte Flair, die Bücher, und – with a little help from my friends in the Verlagsbranche – hat uns das wieder zusammengeführt. Das stetige Werben von Volker war der berühmte letzte Tropfen. Weiter ging die Zusammenarbeit. Er als Vertriebsleiter, ich als Agentur.

Das Ergebnis: Jahrzehnte voller kreativer Qualität. Mit Volker war anders als die anderen Kunden. Er setzte uns keine Grenzen und hatte blindes Vertrauen in unsere Arbeit. Eine einmalige Symbiose. Aber: Als kreativer Kopf war Volker manchmal etwas, na sagen wir mal, anstrengend.

Lieber Leser, sie erinnern sich an die Vorschau-Orgien der 90iger? Zweimal im Jahr eine opulente Programmvorstellung in nie dagewesener Optik. Bei am Ende einer dieser Orgien ließ Volker sich das Wunderwerk präsentieren. Er lobte rechts, lobte links. Alles ganz wunderbar und geradezu perfekt, aber… 

Er wollte die Vorschau doppelt so groß machen. Drei Wochen vor Drucklegung. 

Und dann war da noch Günter Mattei. Der fabrizierte die genialen Cover der Vorschau (Sein neues Buch erscheint diesen Monat bei Knesebeck). Natürlich wollte Volker wissen, wie sein – riesengroßes – Cover aussah. Er bekam es zwei Tage vor Drucklegung zu Gesicht. Alles Murren wurde mit dem Argument „man dürfe den Künstler nicht stören“ vom Tisch gefegt.

Will sagen: Volker hat mich zu Höchstleistungen angespornt, war immer fair, ist ein Freund, ein Nachbar in Pollença, viele Leidenschaften wie das Wasser und Südafrika verbinden uns. Bleib gesund und ich wünsche dir viel Erfolg als Don Quichote beim Kampf gegen die Windräder in Blankenberg – Josef

Christian Tesch: Volker, zu Deinem schon fast unglaublichem 80.ten Geburtstag wünsche ich Dir von Herzen alles, alles Gute. Wir haben zusammen mit dem Motorrad fast die halbe Welt bereits, viele wunderbare Erlebnisse werde ich nie vergessen, es hat immer unheimlich viel Spaß gemacht mit Dir. Happy Birthday und bis hoffentlich ganz bald mal wieder, Dein Christian

PS: Genieß den Urlaub im hohen Norden und grüß mir Hilde ganz herzlich.

Kontakt: mail@neumannvolker.de

Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

 

Kommentare (4)
  1. Volker Neumann hat es wie kein Zweiter geschafft, das Verlagsgeschäft in einem Konzern sehr erfolgreich als Veranstaltung unter Menschen zu betreiben. Ein Beispiel dazu: Bei einer Umschlagkonferenz wird der Coverentwurf eines Roman-Erstlings gezeigt. Kritik von VN: „Der Autorenname ist viel zu klein geschrieben.“ Antwort aus dem Vertrieb: „Den kennt doch keiner.“
    Darauf VN: „Und das soll auch so bleiben?“
    Herzliche Glückwünsche!

  2. Lieber Volker,
    mein Text ist ein bißchen verunglückt. Ich wollte dich erinnern an unseren Aufenthalt im Clevelander Hotel, um mit dir über den
    gemeinsamen tollen Aufenthalt dort zu reden.
    Und da gehört sie hin, die Erinnerung an die Happy Hour, die wir dort genossen haben. Wir werden nochmal drüber reden!
    Genieße deinen Urlaub!
    Dein Lutz.

  3. Lieber Volker,
    ich werde es nicht vergessen, als ich einst dem großen Volker Neumann am Starnberger See als Vertriebs-und Marketingleiter für Pendo in der Vertreterrunde gegenüber saß. Es war eine verrückte und doch tolle Zeit bei diesem nicht gewöhnlichen Verlag und wir haben uns gut verstanden. Posthum soll ich dir noch von Hutzel Kornfeld ein „Prost, Volker“ zurufen und herzlichen Glückwunsch!

  4. Lieber Volker,
    je oller, desto toller – galt nie für Dich, Du warst immer schon die
    Nummer 1 in Sachen Toll(kühn)heit. Der wahre Goldmann war immer
    der Neumann – begeisterungsfähiger Stratege und Taktikmeister.
    Schade, daß das gemeinsame Rafting im Colorado River nicht zustande kam – ich hätte Dich entweder abgeworben oder Dein Boot
    kentern lassen………das war der Plan, dem Du ausgewichen bist, so wird man ein Doppelvierzger.
    Alles Gute, rase fröhlich weiter auf Deinem Rasenmäher!

    Hans-Peter

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