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Buchpremiere mit David Ranan in Berlin

Verleger Andreas von Stedman und David Ranan

In Kooperation mit der Jüdischen Volkshochschule stellte David Ranan gestern Abend in der Friedrich-Ebert-Stiftung sein Buch Die Schatten der Vergangenheit sind noch lang. Junge Juden in Deutschland vor, das jetzt im Nicolai Verlag erschienen ist.

Jacques Paparo, Bibliotheksleiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, begrüßte die zahlreichen Gäste. Er hatte Ranans Buch schon gelesen und lobte es als ein wunderbares, fesselndes Buch über Heimat, Identität und Sprachlosigkeit zwischen den Generationen, das kritische und sehr persönliche Einblicke in die deutsche Gesellschaft gebe. „Es ist ein Buch zum Nachdenken“, betonte er.

David Ranan wurde 1946 in Tel Aviv geboren. Seine Eltern hatten Deutschland 1933 verlassen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Israel und London und absolvierte ein Studium der Kultur- und Politikwissenschaft. Heute lebt er als freier Autor in London. Bereits vor zwei Jahren erschien ebenfalls im Nicolai Verlag sein Buch Ist es noch gut, für unser Land zu sterben?, in dem junge Israelis über ihren Dienst in der Armee sprechen.

Wie leben junge Juden – beinahe siebzig Jahre nach Kriegsende- in Deutschland? Was bedeutet es für sie, jüdischen Glaubens zu sein? Diesen Fragen widmet sich David Ranan in seinem neuen Buch. Für Die Schatten der Vergangenheit sind noch lang hat er Interviews mit fünfzig jungen Juden in ganz Deutschland geführt, deren Großeltern vom Holocaust betroffen waren und die sich nach dem Krieg in Deutschland angesiedelt haben. Aus den Gesprächen mit 18- bis 42-Jährigen hat er 21 für das Buch ausgewählt, sie in Monologform verfasst und anonymisiert.

Im Gegensatz zu ihren Eltern und Großeltern, sitze die dritte Generation in Deutschland nicht mehr auf gepackten Koffern, betonte Ranan im Gespräch mit Ralf Melzer, dem Leiter des Arbeitsbereichs „Gegen Rechtsextremismus“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie fühlten sich zwar in Deutschland zu Hause, hätten aber immer noch das Gefühl nicht ganz dazu zu gehören. Vor allem in der Schule hätten viele junge Juden antisemitische Erfahrungen gemacht. Das Verhältnis müsse noch unverkrampfter werden, so Ranans Fazit. Dass das gelingt, dazu trägt sein Buch bei.

David Ranan ist in den kommenden Monaten auf Lesereise in Deutschland unterwegs. Nächste Station ist Bonn. Dort stellt er sein Buch morgen Abend ebenfalls in der Friedrich-Ebert-Stiftung vor.

ml

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