Benzes besonderes Buch: Fulminanter Führer zum Genuss literarischer Kunstwerke
Ich stelle Ihnen dieses Mal Karl-Heinz GöttertsDer Rhein. Eine literarische Reise vor. Eine fulminante, kaum jemals endende Verführung zum Genuss literarischer Werke und Kunstwerke vergangener Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte werden Sie dank dieses einzigartigen CICERONE erleben. Dieses Werk eines profunden Kenners und begnadeten Erzählers garantiert Ihnen grenzenlose Unterhaltung und begeisternd dargebotene Bildung. Ihnen werden literarische Werke aus acht Jahrhunderten kredenzt, deren Entstehung inhaltlich, oder gemäß dem Ort der Schöpfung mit dem Rhein verflochten ist. Wie auch immer, deutlich wird der hohe Rang, den der Rhein für politische und wirtschaftliche Projekte sowie leider auch Konflikte, stets jedoch für kulturelle Strömungen und fruchtbaren Austausch Kulturschaffender einnimmt.
Verdient dieses Werk das Gütesiegel CICERONE ?
Ohne Einschränkungen ja! Allerdings nicht im spöttischen Sinn in Anlehnung an den römischen Redner Cicero als viel redendes, sondern als vielseitiges und viel sagendes Werk. Ich verlasse mich auf eigene Prüfungen. Jakob BurckhardtsCICERONE, Eine Anleitung zum Genuss der Kunstwerke Italiens, erschienen 1855, bildet ein Zweigestirn mit Burckhardts Kultur der Renaissance. Beide Werke haben mich auf mehreren Reisen, vornehmlich nach Rom und Florenz, begleitet. In der Tat, CICERONE gilt zu Recht als Topos für eingehende, anschauliche und dabei gut lesbare Handbücher für Kulturreisende.
Was Burckhardt für die bildende Kunst bietet, präsentiert uns Göttert in einem Seite für Seite vergnüglich zu lesenden Buch, das sich literarisch mit vielen der in diesem Leseverführer geschilderten Werke messen kann. Weil Karl-Heinz Göttert ein fesselnder Erzähler ist. Ihm gelingt es, mit zum Teil komplizierter, zuweilen hoch anspruchsvoller Literatur aufzuwarten und sie auf dem Silbertablett als sehr bekömmliche Aperitifs zu kredenzen. So kann man als Gast Götterts Neues abschmecken und vermeintlich Bekanntem oft überraschende Perspektiven abgewinnen.
Ich habe das mehrfach überprüft. Etwa bei Anna SeghersDas siebte Kreuz oder bei Georg ForstersAnsichten vom Niederrhein, oder bei SchillersRäubern, die in Mannheim am Rhein uraufgeführt worden sind.
Weitere Beispiele von Götterts stets kenntnissatter Erzählkunst sind die eingehende Würdigung von Leben, Leistung, Liebe und Leid der Annette von Droste-Hülshoff, deren wichtigster Lebens-, Inspirations- und Schaffensort Meersburg am Nordufer des Rheindurchflusses Bodensees liegt (S. 37-41). Oder die Präsentation der mit ca. 700 Seiten umfangreichsten Beschreibung einer Rheinreise von Victor Hugo 1841, auf den Seiten ab 114. Oder die Hommage Gutenbergs und damit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kunst des Buchdrucks und somit des Fundaments aller Buchgewerbe, vornehmlich der Verlage und Buchhandlungen. Oder die Geburt der Rheinromantik und die Entfaltung des Loreley-Mythos (S. 217 ff). Wie häufig setzt Göttert auch hier literarische I-Tüpfelchen mit Zitaten aus Loreleygedichten von Clemens Brentano, Heinrich Heine und Erich Kästner.
Hervorzuheben sind überdies die Rolle von Lord ByronsHarolds Pilgerreise beim Aufkommen des – überwiegend von England ausgehenden – Massentourismus (S. 256/57), und schließlich Goethes enge Beziehung zum Rhein und seine Schlüsselrolle für den Weiterbau des Kölner Doms, Ringen um den Dom, S. 288 ff.
Außer der Auswahl von Werken, die vom Rhein inspiriert wurden, sind Kommentierung und Gewichtung der Zitate sowie die reiche Bebilderung und die jedem Kapitel vorangestellten Rhein-Karten lobenswert.
Besondere Würdigung eines in jeder Hinsicht besonderen Buches
Karl-Heinz Göttert schenkt uns einen höchst anregenden Querschnitt lesenswerter Literatur.
Selten hat die Herkunft eine derart glaubwürdige und kostbare Anthologie geprägt: Götterts Eltern stammen aus Ehrenbreitstein und Koblenz, der Autor ist in Ehrenbreitstein geboren, sein Vater blieb trotz seines Berufslebens in Köln lebenslang Koblenzer und kannte den Rhein nicht nur literarisch sondern auch als einer, der es schwimmend mit dem Rhein aufgenommen hatte.
Ihnen wünsche ich reichen Lesegewinn und Lektüregenuss!
Unter dem Slogan „Bücher können mehr!“ macht der Online-Shop für unabhängige Buchhandlungen genialokal sichtbar, welche Bedeutung Bücher für Menschen haben. Zahlreiche Autorinnen und Autoren wie Carsten Henn, Arne Semsrott, Sebastian
S. Fischer übernimmt ab sofort die Weltrechte am literarischen und essayistischen Werk von Günter Grass. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit der Günter und Ute Grass Stiftung geschlossen. Damit endet die
Vorgeblättert: Bücher und Autor:innen im Freitag und in der ZEIT
Welche Bücher werden in den aktuellen gedruckten Ausgaben der Wochenzeitungen Der Freitag und Die ZEIT besprochen? Der Freitag Ausgabe 26: Kuh und Ausbeutung. Es ist nicht das erste Mal, dass Elfriede Jelinek ihre ätzende Gesellschaftskritik ins Werk setzt. Neu aber
Benzes besonderes Buch: Lehrbuch für Machtbesessene
Machiavellis Der Fürst, dieses immer wieder zitierte Schlüsselwerk der modernen Staatskunde erklärt nach sieben Jahrhunderten gehaltreich und höchst anregend nationale und globale Regierungsformen sowie deren Auswirkungen auf die jeweils davon betroffene Gesellschaft. Es beschreibt geistliche Herrschaften, pseudodemokratische autoritäre Regierungen oder
Birte Kreft: „Die teuersten Produktionen sind nicht automatisch die überzeugendsten Bücher“
Die Stiftung Buchkunst ehrt seit 60 Jahren herausragende Buchgestaltungen und feiert das ab September mit einer Ausstellung in Frankfurt. Wir haben Geschäftsführerin Birte Kreft gefragt, was sich über die Jahre getan hat und warum Haptik und Optik weiterhin eine entscheidende
Buchhandlung Münchner Buchpalast hat eigenen Fotospot gebaut
Die Inhaberin des Münchner Buchpalastes Katrin Rüger hat Jan Juttes Buch Bär und Ich (Gerstenberg) für einen Fotopoint im Laden nachgemalt. Kleine und große Kund:innen können sich lesend vor der Bärenkulisse fotografieren lassen, frei nach dem Motto: „Bär liest. Ich
Frank Reifenberg: „‚Mädchentitel‘ verkaufen sich besser“
Der Autor Frank Reifenberg engagiert sich vielfältig für die Leseförderung von Jungen. Sein neuer Jugendthriller erscheint am 25. Juni bei Knesebeck. Wir haben ihn gefragt, warum Jungen weiterhin weniger als Mädchen lesen und wie sich das ändern ließe. BuchMarkt: Seit
Josia Jourdan: Wie baut man eine Community ohne Gatekeeper auf?
Instagram will, dass wir für Premium-Abos zahlen. Für Reichweite bei den eigenen Follower:innen. Damit ist nun definitiv klar: Ohne Geld braucht es für Social Media deutlich mehr als ein Standard Buchfoto oder ein Social Media Management auf Stundenbasis. Wer also
Thea Dorn: „Die Millionen-Dollar-Frage der Demokratie“
Der heutige Internationale Tag der Demokratie ist eingebettet in die Themenwoche „Demokratie braucht viele Stimmen“ vom 14. bis 19. September 2026, der sich zahlreiche Medien angeschlossen haben. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat zu diesem Anlass mit Thea Dorn