Akademie für Sprache und Dichtung unterbreitet Kompromissvorschlag: Nur wenige Neuerungen wie „ss“ sollen bleiben

Im Streit über die Rechtschreibreform haben die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und die politischen Parteien gegensätzliche Positionen bezogen, berichtet die WELT. Während die SPD bekräftigte, dass sie „im Interesse der Kinder und der Schulen“ an der Rechtschreibreform festhalten wolle, verlangte die Akademie die komplette oder weitgehende Rücknahme der Reform. Auch die FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, sprach sich für einen „Kompromissvorschlag“ von Mitgliedern der Akademie aus, der unter Beibehaltung weniger Neuerungen auf die Rückkehr zur klassischen Rechtschreibung zielt.

Verfasser des Kompromissvorschlages ist der Potsdamer Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg, der früher selbst der Zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission in Mannheim angehört hatte, aber aus Protest gegen Absurditäten der Reform ausgetreten war. Wie er auf einer Pressekonferenz in der Berliner Akademie der Künste bekräftigte, hält er auch jetzt noch die alte Orthographie für besser als die neue und sogar besser als den von ihm selbst vorgelegten Kompromiss. Dennoch halte er eine totale Umkehr für „politisch unrealistisch und sachlich auch äußerst schwer zu verwirklichen“.

Eisenbergs Vorschläge sehen jetzt vor, „Elemente der neuen Rechtschreibung, die nicht allzu störend sind“, beizubehalten „und die schlimmen, unsere Sprache entstellenden Fehler zu beseitigen“. So sei die Ersetzung des ß nach Kurzvokalbuchstaben durch ss sprachlich verantwortbar. Andererseits müssten Neuregelungen, die gegen die Sprachstruktur verstießen, die Ausdrucksvielfalt des Deutschen beschädigten und zu falschen Schreibweisen verleiteten oder sogar zur Beseitigung von Wörtern führten, rückgängig gemacht werden.

Weiterlesen: http://www.welt.de/data/2004/08/31/326268.html

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