spiegel-online zur Reaktionen auf die gestrige Ankündigung

„Beendigung der staatlich verordneten Legasthenie“ – so titelt heute spiegel-online http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,312017,00.html: „Fünf Jahre nach ihrer Einführung steht die Rechtschreibreform vor dem Aus. Der SPIEGEL-Verlag und die Springer-Gruppe haben sich entschieden, zur klassischen Rechtschreibung zurückzukehren, andere Verlage wollen sich anschließen. Während Sprachliebhaber sich freuen, protestieren Kultusminister energisch.“ Auch der Bauer-Verlag, der mit Zeitschriften wie „Bravo“ und „Neue Revue“ Millionen von Lesern erreicht, begrüßte die Initiative. „Bevor man sich anschließe, wolle man aber abwarten, ob sich eine breite Mehrheit der Verlage hinter SPIEGEL, Springer und ‚Süddeutsche‘ stelle. Es sei schließlich nicht sinnvoll, umzustellen, wenn es dann künftig zwei Arten von Rechtschreibung gebe“, heißt es bei spiegel.online..

Weiter heißt es: „Natürlich gab es auch andere Reaktionen: ‚Stern‘, ‚Focus‘, ‚Frankfurter Rundschau‘ und ‚taz‘ lehnten den Vorstoß ab. Allesamt wollen sie den neuen Regeln weiter treu bleiben. ‚Focus‘-Chef Helmut Markwort argumentierte mit dem pathetischen Totschlagargument, Deutschland habe derzeit wichtigere Probleme…

Am heftigsten fiel die Kritik an der SPIEGEL-Springer-Aktion erwartungsgemäß auf Seiten der Kultusminister und der Duden-Redaktion aus. ‚Wenn ständig von anderen von Verunsicherung gesprochen wird‘, schimpfte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Doris Ahnen, ‚stellt sich doch nun die Frage: Wer verunsichert hier?‘ Auch die Duden-Redaktion behauptete, die Rücknahme der Reform werde zu noch größerer Verwirrung führen.

Der Ärger der rheinland-pfälzischen Ministerin ist verständlich. Erst vor zwei Monaten hatte Ahnen mit ihren Länderkollegen beschlossen, die Reform zum 1. August 2005 endgültig in Kraft treten zu lassen. ‚Hier werden Fakten in die Welt gesetzt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie es weitergeht‘, kritisiert Ahnen. Ihr Kabinettschef Kurt Beck war nicht weniger erbost. Von ‚einfältigem Populismus‘ sprach der Ministerpräsident und warnte vor einem erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden bei einer Rücknahme der Reform.“

Fazit von spiegel-online: „Ob die Reform jetzt tatsächlich komplett zurückgenommen wird? Nötig dafür wäre dafür nach dem heutigen Stand immerhin ein einstimmiger Beschluss der Kultus- wie der Ministerpräsidentenkonferenz, die KMK müsste also ihren vor zwei Monaten gefaßten Beschluß komplett revidieren. Wahrscheinlicher erscheint da schon fast eine Entmachtung der Kultusminister durch ihre Ministerpräsidenten.“

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