Seine Lesungen finden derzeit unter Polizeischutz statt Gmeiner-Autor Matthias P. Gibert wurde im September Opfer eines Brandanschlags

Jetzt wird bekannt, was der Gmeiner Verlag aus Rücksichtnahme auf seinen Autor Matthias P. Gibert bislang zurückgehalten hatte: Auf unsere Anfrage nach den uns bekannt geworden Nachrichten über einen verübten Brandanschlag auf seinen Autor hat der Verlag bestätigt: Am frühen Morgen des 16. Septembers 2018 waren vor dessen Wohnhaus ein Molotowcocktail gezündet sowie Flugblätter mit der Abbildung von Präsident Erdogan gefunden worden. Dabei entstand Sachschaden, der Autor und seine Familie blieben unverletzt. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln.

Der Hintergrund: In seinem Buch Tödlicher Befehl thematisiert der Autor explizit die Aktivitäten des türkischen Geheimdienstes in Deutschland. Nach „intensiven Beratungen“ mit seinem Autor und den zuständigen Beamten hatte der Gmeiner-Verlag aber beschlossen, mit dieser Nachricht nicht an die Öffentlichkeit zu treten, wie  Vertriebs- und Marketingleiter Jochen Große Entrup sagt: Aus „Fürsorge dem Autor und den eigenen Mitarbeitern gegenüber haben wir gemeinsam mit dem Staatsschutz beschlossen, die Ereignisse nicht öffentlich zu kommunizieren. Die Gefahrenlage war dafür zu unübersichtlich“.

Er bleibt auch jetzt vorsichtig: „Zum aktuellen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Tat im Zusammenhang mit der Veröffentlichung

Gmeiner Anzeige zur Buchmesse für den Titel

seines aktuellen Thrillers Tödlicher Befehl steht, den wir im Visitor Guide der Buchmesse Frankfurt umworben hatten“.

Verlag und Autor wollen aber  „diesen Anschlag auf die Meinungsfreiheit nicht akzeptieren“. Deswegen entschied man gemeinsam, das Buch weiterhin aktiv zu bewerben sowie vereinbarte Lesungen durchzuführen – diese Lesungen finden aktuell aber unter Polizeischutz statt, wie Jochen Große Entrup sagt: „Wir wissen um die politische Brisanz des Buches. Dass ein fiktiver Krimi derartige Reaktionen auslöst, ist jedoch erschreckend.“

 

Kommentare (1)
  1. Ob nun fiction oder faction, Erdogans fünfter Kolonne ist das egal. Wir haben längst Beweise für deren Staat im Staat. Es geht nicht darum, dass und wie Moscheen bei uns eingeweiht werden oder ob jemand ein Kopftuch trägt. Es geht um einen grundlegenden Dissens dieser grauen Wölfe mit unserer demokratischen Verfassung. Nur: unser Verfassungsschutz will oder darf das nicht merken.

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