Dotiert mit 36.000 Euro Internationaler Literaturpreis: Auszeichnung geht in diesem Jahr an sechs Bücher

Als ein Zeichen der Solidarität zeichnen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen in diesem Jahr nicht ein einzelnes Buch mit dem Internationalen Literaturpreis aus, sondern alle sechs Titel der Shortlist gleichermaßen. Statt zwei Preisträgern werden alle sechs Autoren und alle sechs Übersetzer der Shortlist ausgezeichnet.

Der Internationale Literaturpreis würdige in dieser für viele Kulturschaffende prekären Situation somit nicht ein einzelnes Werk, sondern die Arbeit und Stimmen vieler“, heißt es in einer Pressemitteilung des HKW. Insgesamt gab es in diesem Jahr 135 Einreichungen von 74 Verlagen. Die Werke wurden aus 29 Sprachen übersetzt. Das Preisgeld in Höhe von 36.000 Euro wird unter den zwölf Preisträgern gleich aufgeteilt.

Bernd Scherer, Intendant des HKW, sagt: „Zu einer Zeit, in der auf globale Unübersichtlichkeit nicht selten mit einem Rückzug auf nationale Egoismen und Narrative des Ausschlusses reagiert wird, erscheint es wichtiger denn je, die vermittelnde Kraft internationaler Gegenwartsliteratur und ihrer Übersetzung ins Zentrum zu rücken. In die Auswahl der sechs Bücher fließen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Diskussionsfreude der Jury. Dass also alle Titel grundsätzlich Gewinnerqualität haben, steht fest. Mit dem veränderten Verfahren leisten wir im Rahmen des Preises konkrete Hilfe für gleich zwölf Autor*innen und Übersetzer*innen. Das erscheint uns in diesem Jahr sinnvoller als die Zuspitzung auf eine literarische Position.“

Die sechs ausgezeichneten Werke werden am 4. Juni um 10:05 Uhr live in der Sendung „Lesart“ des bundesweiten Senders Deutschlandfunk Kultur bekanntgegeben. Die Preisverleihung auf der Dachterrasse des HKW entfällt in diesem Jahr. René Aguigah, Ressortleiter „Literatur, Philosophie, Religion“ bei Deutschlandfunk Kultur, sagt: „Wir freuen uns sehr, Gastgeber für einen Preis zu sein, der wie kein anderer Literaturpreis in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen Schreiben und Übersetzen fördert – und damit die Öffnung auf andere Sprachen hin. Deutschlandfunk Kultur tut dies als öffentlicher Ort in einer Zeit, in der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres herzustellen ist.“

Der Internationale Literaturpreis wird vom Haus der Kulturen der Welt (HKW) und der Stiftung Elementarteilchen seit 2009 verliehen und zeichnet herausragende Werke internationaler Gegenwartsliteraturen und ihre Erstübersetzungen ins Deutsche aus. Der Jury für den Internationalen Literaturpreis 2020 gehören Robin Detje, Heike Geißler, Tobias Lehmkuhl, Verena Lueken, Daniel Medin, Elisabeth Ruge und Daniela Seel an.

 

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