Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Das Pixi-Buch wird 70 Jahre alt“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

„Männer lassen sich gut sammeln“: Ein exzellent edierter Band präsentiert den Briefwechsel zwischen Alma Mahler und ihrem Geliebten und späteren zweiten Ehemann Walter Gropius. Gabriele Reiterer folgt Lebensweg und künstlerischer Karriere von Anna Mahler, Almas Tochter aus ihrer ersten Ehe mit Gustav Mahler. „Welchen Reiz, abgesehen vom voyeuristischen, kann man den rund vierhundert hier versammelten Briefen zubilligen? Einen literarischen wohl kaum. Alma Mahler liebt die Emphase und den Nachdruck des doppelt und dreifach Unterstrichenen.“

  • „Du bist mir Kunst“. Der Briefwechsel Alma Mahler – Walter Gropius 1910 bis 1914. (hrsg. von Annemarie Jaeggi und Jörg Rothkamm; Residenz Verlag)
  • Gabriele Reiterer, „Anna Mahler“. Bildhauerin – Musikerin – Kosmopolitin. (Molden Verlag)

„Wer jetzt kein Haus hat, baue sich keines mehr“: Nicht alles, was sich grün nennt, ist auch klimafreundlich: Vittorio Magnago Lampugnani plädiert für eine Stadtplanung des Um- und Weiterbaus. „Der Autor durchstreift die Geschichte der Stadt, die er künftig nur in der kompakten Form sehen möchte, als Gegensatz zur Natur, die man dann bitte – extra muros sozusagen – möglichst in Ruhe lassen solle. Die Pest Zersiedlung, Suburbia mit ihrem Zwang zur Mobilität, macht das Problem nur größer. Wenn Provinz, dann organisiert in kleineren Städten, die alle wesentlichen Anforderungen an Urbanität erfüllen mit einer Mischung aus Wohnen, Produktion, Freizeit- und Kulturangebot.“

  • Vittorio Magnago Lampugnani, Gegen Wegwerfarchitektur (Klaus Wagenbach Verlag)

„Die letzte Generation“: Die Situation der renommierten Buchhandlung Proust in Essen ist symptomatisch für ganz Deutschland: Die Inhaber finden seit vier Jahren keine Nachfolger. „30 Gespräche mit Bewerbern haben sie und ihr Mitinhaber im vergangenen Jahr geführt, haben eine Beraterin hinzugezogen, die explizit Menschen berät, die Buchhandlungen kaufen und verkaufen möchten. Aus unterschiedlichsten Gründen wurden aus den Interessenten keine Nachfolger. Viele waren Quereinsteiger, hatten unrealistische Erwartungen. Einer der vielversprechendsten konnte sich am Ende schlicht den Umzug ins Ruhrgebiet nicht vorstellen. Jetzt haben sich die Inhaber eine Art Deadline gesetzt: ‚Die Entscheidung muss im Sommer fallen.‘ Ende des Jahres läuft der Mietvertrag aus.“

„Kleines Buch, große Gefühle“: Große Liebe für Janoschs kleinen Affen, heftiger Zorn auf Leo Lausemaus – das Pixi-Buch wird 70 Jahre alt. Zehn Redakteure über das Büchlein, das sie nie vergessen werden. „Im schlimmsten Fall muss man ein paar Abende lang ausführlich über die Abläufe auf einer Baustelle vorlesen oder ertragen, wie die im Stil der Amish People gekleideten Eltern von Leo Lausemaus ihr pummeliges Söhnchen wegen Nichtigkeiten liebevoll ermahnen. Im besten Fall bleibt aus den zehn mal zehn Zentimeter großen Büchlein, deren erstes vor nun 70 Jahren im Carlsen Verlag erschienen ist, aber sogar so etwas hängen wie ein literarische Ersterfahrung.“

heute nichts

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