Andreas Wiedmann sucht Käufer für sein United Maps – Know How

Andreas Wiedmann (47), Ex-Geschäftsführer der ADAC-Kartografie-Tochter CartoTravel [mehr…], ist mit seinem Start-Up United Maps [mehr…] in schweres Fahrwasser geraten: United Maps musste die vorläufige Insolvenzverwaltung beantragen und sucht nun einen Käufer für seine Technologie.

„Mit United Maps haben wir in den letzten drei Jahren vielleicht prototypisch das erlebt, was möglicherweise in vielen Bereichen der Verlagswelt auch zu befürchten ist: Mit dem Ersatz der klassischen Printprodukte wie Atlanten oder Straßenkarten durch die digitalen Medien wie Navigationsgeräte wurde zunächst ein digitaler Markt geschaffen, in dem Umsätze mit qualifizierten digitalen Kartendaten möglich schienen. Seit Ende 2009 setzte jedoch ein massiver Preisverfall für digitale Kartendaten ein – die Kostenlos-Kultur des digitalen Marktes mit Google Navigation und Nokia Navigation und der Community-Gedanke mit OpenStreetMap machten Erlösmodelle auch für detailliertere kartografische Inhalte nicht mehr möglich“, so Andreas Wiedmann.

Die von United Maps erstellte Software soll nun verkauft werden, hier haben schon Gespräche mit US-Technologiekonzernen statt gefunden: „Von unserer Technologie und dem Detailgrad unserer Daten waren alle Interessenten vollkommen begeistert, allerdings ist die Entscheidungsfindung in den internationalen IT-Unternehmen äußerst langwierig“, so Wiedmann.

Letztlich ist eine Entscheidung über eine Investition erst im Jahr 2012 zu erwarten. Da die Kapitalgeber der United Maps GmbH zu einer weiteren Überbrückung dieser Zeitspanne nicht mehr bereit waren, musste das Unternehmen Ende Mai Insolvenz beantragen.
Dennoch sieht Wiedmann auch Positives: „Die gemachten Erfahrungen in digitalen Märkten mit der Aufbereitung und Verwertung von Inhalten mit ganz anderen Markteilnehmern, neuen Technologien und Investoren aus dem Venture Capital-Bereich sind wertvoll – auch und gerade für mögliche Interessenten aus der Verlagswelt.“

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