Kempers Prognose: Mieten in 1 A Lagen werden wegen neuer Ladenöffnungszeiten weiter steigen

Die Freigabe der Ladenöffnungszeiten in der Mehrzahl der Bundesländer wird der positiven Entwicklung auf dem Markt für Einzelhandelsflächen nach Ansicht von Kemper’s weitere Dynamik verleihen.

Der Marktführer in der Vermittlung von Einzelhandelsflächen erwartet eine noch zunehmende Fokussierung der Mieter auf die absoluten Top-Einkaufsstraßen. Hier ist laut Kemper’s in der Folge mit einem weiteren Anziehen der Mietpreise zu rechnen. Dagegen werden sich die Schwierigkeiten bei der Vermietung in schwächeren Lagen verschärfen.

Der Hintergrund: Der Anteil an Filialunternehmen in Deutschlands Einkaufsstraßen werde nämlich laut Kemper’s durch die erweiterten Öffnungszeiten weiter zunehmen. Magnus Danneck, Leiter Marketing und PR bei Kemper´s, erklärt das: „Diese sind am ehesten in der Lage, Nutzen aus der Freigabe zu ziehen.“ Insgesamt begrüßt Kemper’s die neuen Öffnungszeiten und bezeichnet diese als gutes Signal für die langsam wieder an Fahrt gewinnenden Konsumneigung der Verbraucher.

Expandierende Einzelhandelsunternehmen konzentrieren ihre Neuansiedlungen seit Jahren fast ausschließlich auf Toplagen. Diese Fokussierung wird durch die erweiterten Ladenöffnungszeiten zusätzlich gefördert. Dabei ist weniger die Stadtgröße entscheidend, als vielmehr die herausragende Stellung der Einkaufsstraße am jeweiligen Standort. Besonders werden laut Kemper’s Toplagen mit Warenhäusern und hohem Filialisierungsgrad profitieren, in denen eine weitgehend einheitliche Ausweitung der Öffnungszeiten zu erwarten ist. Letztere geht in der Summe mit steigenden Passantenfrequenzen und Umsatzerwartungen einher. Beides wiederum erhöht die Nachfrage nach Flächen in diesen Toplagen und wird sich laut Kemper’s auch in einem weiteren Anziehen der Mietpreise bemerkbar machen.

Nebenlagen und schwächere Stadtteillagen geraten dagegen durch die erweiterten Öffnungszeiten zusätzlich unter Druck. Ohne eine klare Kommunikation und Angleichung der Öffnungszeiten in diesen Einkaufsstraßen droht eine Verschärfung der schon jetzt zu beobachtende Abwanderung von Kaufkraft in die etablierten Spitzenlagen. Zwar setzt sich in den Nebenlagen der Trend zu Nahversorgungskonzepten fort, die eine erhöhte Bereitschaft zu verlängerten Öffnungszeiten haben. So werden voraussichtlich besonders Lebensmittler, Drogeriemärkte und Anbieter von Produkten des täglichen Bedarfs von verlängerten Öffnungszeiten Gebrauch machen. Die Frage ist allerdings, ob die gesamte Händlerschaft in den Nebenlagen mitziehen kann und will.

Insgesamt dürfte die Freigabe der Öffnungszeiten den stetig wachsenden Anteil filialisierter Einzelhandelskonzepte in den Einkaufsstraßen weiter erhöhen. Derzeit liegt dieser in den Spitzenlagen zwischen 75 und 90 Prozent. Filialkonzepte sind laut Kemper’s personell am ehesten in der Lage, die erweiterten Ladenöffnungszeiten zu nutzen.

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