„Wie böse ist Amazon?“ und wie Amazon Streiks in Deutschland vorbeugen will

Amazon wird weiter zum Lieblingsthema der Medien. Heute wieder zweimal – im SPIEGEL und in der WELT:

„Wie böse ist Amazon?“ fragt Jan Fleischhauer heute auf SPIEGEL online und erklärt: „Mit dem Versandhandel ist es wie mit dem Fleischkonsum. Wer erwartet, dass bei einem Preis von 99 Cent für ein Kotelett die Tiere auch noch artgerecht aufwachsen, ist entweder naiv oder verblödet. Auch bei einem Unternehmen, das alles der Ausweitung seiner Marktanteile unterordnet, ist es ein verhängnisvoller Fehler, auf die Selbstbeschränkung seiner Manager zu setzen. Wer 40% des Marktes kontrolliert, will als nächstes 45 Prozent haben. Jedes Unternehmen träumt von einem Monopol – an dieser schlichten Wahrheit ändert auch der Umstand nichts, dass man seine Päckchen im Recycling-Design verschickt.“

Und die WELT schreibt:
„Neuester Streich von Amazon Der Online-Versender verlangt nach Angaben der Welt von deutschen Verlagen, dass sie Bücher verstärkt über ausländische Versandzentren schicken. Damit will man streikgefährdete deutsche Logistikstandorte umgehen.

In einem Standardschreiben, das der US-Konzern in diesen Tagen an die Verlage verschickt hat, werden die „sehr geehrten Vertriebspartner“ auf die Eröffnung von zunächst zwei neuen Zentren am 15. und 29. September in Polen hingewiesen. Die Verlagshäuser sollen nun, beginnend im September, rund 40 Prozent ihrer Bücher, Hörbücher und anderer Medien über neue Logistikstandorte in Polen und Tschechien an ihre inländischen Kunden schicken.

Obendrauf kommt, daß die Verlage nach dem Willen von Amazon auch noch die Zusatzkosten für die Entfernungen selbst tragen soll – zumindest, was den Hinweg betrifft. Dagegen regt sich Widerstand. Börsenvereins-Hauptgeschäftsführer Alxander Skipis sagte der Welt,“Amazons Plan bedeutet eine Vervielfachung der Wege und der damit verbundenen Kosten für die Verlage.“

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