Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: Kinder- & Jugendbuchtipps der SZ-Redaktion

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

  • „Die Entscheidung“: Können sich Künstlerinnen Kinder erlauben? Was wird aus ihrer Arbeit, während sie für die Familie sorgen? Zwei Autorinnen widmen sich einer überfälligen Debatte. „Man fragt sich, warum die Kunstgeschichte solche existenziellen Krisen als ‚privat‘ abtun konnte. Warum zwar prekäre Lebensumstände, Exil, Krankheit in Bezug auf Künstlerkarrieren diskutiert werden, aber wenn es bei Frauen in der Familienphase mit dem Werk nicht weitergeht, bleibt es in Biografien meist bei einer Leerstelle. Auch die feministische Kunstgeschichte fokussierte bislang lieber auf das Werk und die Karriere, als auf die Sorgearbeit von Künstlerinnen.“

    Eleanor Clayton, Barbara Hepworth. Art & Life (Thames & Hudson)
    Maggie Doherty,
    The Equivalents. A Story of Art, Female Friendship, and Liberation in the 1960s (Alfred A. Knopf)

  • „Das Militär versteht keinen Spaß“: Zehn Jahre nach dem Arabischen Frühling handeln die Bücher seiner Autoren nicht mehr von der Revolution. Auf dem Index landen sie trotzdem. „Zehn Jahre nach dem Sturz Mubaraks handeln Bücher, in denen arabische Autoren gegenwärtige Fakten mit Fiktion mischen, nicht mehr von der Revolution, sondern von der Restauration – die Form des Schlüsselromans hat in der Region noch einige Zukunft.“

    Najem Wali, Soad und das Militär (aus dem Arabischen übersetzt von Christine Battermann; Secession Verlag)

     

     

    Kinder- & Jugendbuch

  • Nichts wird herausgerückt“: Wie die Waldtiere dem Eichhörnchen helfen, seine versteckten Wintervorräte wieder zu finden. „Augenzwinkernd verwebt die Bilderbuchkünstlerin Daniela Kulot in einem Spiel aus Wiederholung und Variation vertraute Motive zu einer neuen, unterhaltsamen Freundschaftsgeschichte über das Teilen. Ihre digital nachbearbeiteten Aquarellbilder, die in Weiß-, Grau- und Blautönen gehalten sind, zeigen den Winter dabei von seiner schönsten Seite.“
    Daniela Kulot, Im Winterwald (Thienemann)
  • „Für die Leselust“: Empfehlungen der Redaktion

Roswitha Budeus-Budde

Bilderbuch: Britta Teckentrup, Wütend (Prestel)

Kinderbuch: Julia Blesken, Mission Kolomoro oder Opa in der Plastiktüte (Oetinger)

Jugendbuch: Eleonor Devillepoix, Stadt ohne Wind. Arkas Reise (Insel)

Sachbuch: Paola Mendoza & Abby Sher, Sanctuary. Flucht in die Freiheit (Carlsen)

 

Hilde Elisabeth Menzel

Bilderbuch: Jordan Scott / Sydney Smith, Ich bin wie der Fluss (Aladin)

Kinderbuch: Jenny Jägerfeld, Mein geniales Leben (Urachhaus)

Jugendbuch: Michael Gerard Bauer, Dinge, die so nicht bleiben können (Hanser)

Sachbuch: Britta Teckentrup, Von Raben und Krähen (Jacoby & Stuart)

 

Michael Schmitt

 

Bilderbuch: Pia Lindenbaum, Wir müssen zur Arbeit (Klett-Kinderbuch)

Kinderbuch: Tamara Bach, Das Pferd ist ein Hund (Carlsen)

Jugendbuch: David Almond, Ein finsterheller Tag (Sauerländer)

Sachbuch: Timothy Snyder / Nora Krug, Über Tyrannei (C.H. Beck)

 

Siggi Seuß

 

Bilderbuch: Isabelle Simler, Meine wilde Katze (von Hacht Verlag)

Kinderbuch: Rose Lagercrantz & Rebecka Lagercrantz (Illustrationen): Zwei von jedem (Moritz Verlag)

Jugendbuch: Bianca Schaalburg, Der Duft der Kiefern (avant)

Sachbuch: Britta Teckentrup, Von Raben und Krähen (Jacoby & Stuart)

 

 

 

  • „Fake News laufen einfach gut“: Twitter ist bloß etwas effizienter: Ian Keable erzählt von der Verbreitung absurder Nachrichten im England des achtzehnten Jahrhunderts. „In einer originellen Monographie geht Ian Keable – in Oxford graduierter Philosoph, Politologe und Ökonom, ehedem Wirtschaftsprüfer und inzwischen (nota bene!) Zauberkünstler – dem Phänomen des „hoax“ im England des achtzehnten Jahrhunderts nach. Anhand von zehn Begebenheiten hat er die Bedingungen seziert, unter denen falsche Nachrichten entstehen, durch moderne Medien Verbreitung finden, sich allmählich verselbstständigen, allerlei Experten hervorbringen oder ruinieren (…)“
    Ian Keable, The Century of Deception. The Birth of the Hoax in Eighteenth Century England (The Westbourne Press)
  • „Auf dem Weg zum Markt für Marx“: Nicht ohne einen Vatermord: Zwei aufschlussreiche Bücher widmen sich Zeitschriften der Neuen Linken. „Es sind ausgezeichnete Bücher von begabten Autoren, die in versunkene Theorielandschaften gereist sind, sich dabei aber nicht verlaufen, sondern zurückgefunden, den Kopf gehoben und umsichtig ihre Lektüreerlebnisse analytisch in breitere Kontexte eingewoben haben – sei es in den der Neuen Linken in den westlichen Indus­trieländern, sei es in den des Zeitschriftenmarkts, sei es in die bundesrepublikanische Zeitgeschichte. Gerade weil sie sich für viel mehr interessieren als ‚ihre‘ Zeitschrift, verzetteln sie sich nicht.“
    Moritz Neuffer, Die journalistische Form der Theorie. Die Zeitschrift alternative, 1958 –1982 (Wallstein Verlag)
    David Bebnowski, Kämpfe mit Marx. Neue Linke und akademischer Marxismus in den Zeitschriften Das Argument und Prokla 1959 –1976 (Wallstein Verlag)
  • „An Drogen bitte nur Kokain und Champagner“: Paradiesvogel zwischen den Genres: Ein Gesprächsband mit der Sängerin und Schauspielerin Ingrid Caven. „Die Journalistin und Schriftstellerin Ute Cohen hat aus Gesprächen mit Ingrid Caven ein Buch gemacht, das mehr ist als ein ausführliches Interview. Es bietet ein wunderbares Panorama des Denkens und Arbeitens der Sängerin und Schauspielerin, die man früh ästhetisch irgendwo zwischen Bertolt Brecht und Marlene Dietrich angesiedelt hat.“
    Ingrid Caven, Chaos? Hinhören, singen. Ein Gespräch mit Ute Cohen (Kampa Verlag)
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