Danach fragen Kunden Umgeblättert heute: „Zweifellos ein misslungenes Buch“

Jeden Morgen blättern wir für Sie durch die Feuilletons der führenden Tageszeitungen – damit Sie schnell einen Überblick haben, wenn Kunden ein bestimmtes Buch suchen oder Sie nach einer Idee für einen aktuellen Büchertisch:

 

  • „Erzähl mir nichts, deine Freundin ist eine Nixe!“: Ein Sommer hinterm Deich: In ihrem neuen Roman „Daheim“ schickt Judith Hermann eine bindungslose Frau aufs platte Land und lässt sie langsam Wurzeln schlagen. „Dass die Dinge mitunter allzu glatt in Beziehung zueinander gebracht werden, ist die Schwäche des Romans, dass sie dabei aber auch hin- und hergewendet werden können, bis man sich über die beabsichtigte Deutung gar nicht mehr so sicher sein kann, ist seine Stärke.“
    Judith Hermann, Daheim (Verlag S. Fischer)
  • „Kennen Sie Anthony Edens Schneider?“: Tim Bouverie erzählt Englands Weg in den Zweiten Weltkrieg als detailreiche Geschichte der hohen britischen Diplomatie. „Die Anti-Appeasement-Erzählung wird in diesem Buch hervorragend aktualisiert; trotzdem oder vielleicht gerade deswegen wirkt es etwas aus der Zeit gefallen.“
    Tim Bouverie, Mit Hitler reden. Der Weg vom Appeasement zum Zweiten Weltkrieg (Rowohlt Verlag)
  • „Russische Parforce“: Drei Langgedichte von Maria Stepanova. „Ansonsten mischt Stepanova beherzt Groß- und Kleinschreibung, Erhabenes und Folkloristisches, spendiert sich Reime (hier holpert die ansonsten solide Übersetzung ein wenig) und Anglizismen.“
    Maria Stepanova, Der Körper kehrt wieder. Gedichte (Suhrkamp Verlag)

 

  • „Die Welt geht unter? Weiteratmen!“: Jenny Offill zeigt in Wetter, wie man über unsere zersplitterte Gegenwart immer noch schreiben kann. „Die amerikanischen Kritiker haben sich überschlagen in ihren Rezensionen. Man muss nicht so weit gehen wie Ocean Vuong, der behauptete, das Buch sei so großartig, ‚wir sind gar nicht bereit dafür und haben es nicht verdient‘ (…).“
    Jenny Offill, Wetter (Piper Verlag)
  • „Wer darf sich unterstehen, einem Gefühl zu widersprechen?“: Deutschlands erfolgreichster Wohlfühl-Philosoph Wilhelm Schmid hat einen misslungenen Heimat-Führer geschrieben. Für eine Sache ist das Buch trotzdem gut. „Zweifellos ein misslungenes Buch also, arg selbstzufrieden und salbungsvoll. So wäre es also zu gar nichts gut? Doch. Heimat schien immer etwas sehr Ambivalentes, sie schwankte zwischen dem Heimatfilm der Fünfziger und den Utopien von Ernst Bloch. Hier nun kann man erproben, ob man dieses Wort wirklich für sich haben will – und nach der Lektüre der 500 Seiten kann das Resultat nur lauten: nein.“
    Wilhelm Schmid, Heimat finden. Vom Leben in einer ungewissen Welt (Suhrkamp Verlag)

  • „Sie nennen ihn Ali und Jugo, und er wächst bei einem Nazi auf“: Aus dem Schlechten das Beste machen: Alem Grabovacs Das achte Kind. „Alem Grabovac wirft in seinem packenden Buch viele Fragen auf: Wie und wodurch formen sich Familienbande, was bedeuten sie, was ist Heimat, was bedeutet Herkunft? Seine Antworten sind aufgrund der ungewöhnlichen Art seines Aufwachsens höchst originell.“
    Alem Grabovac, Das achte Kind (hanserblau)
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