
LIEBE FREUNDE,
Nieselregen fisselt in der Luft, aber ein Regenbogen kündigt an, dass über der Wolkendecke schon das Kaiserwetter wartet.

Und ein MVB ist mehrere Gesichter gleichzeitig:

Es ist Samstag, es ist der vorletzte Messetag, und die Besucherströme waren erwartbar drall. Aber auch mit Samstagsmassen bewährte sich die Wegführung und Strömelenkung.
Apropos bewährt:

Zum ersten Mal war Jule Wenzel vor vier Jahren dabei, weil Ihr Schulpraktikum in meine Messezeit fiel. Das war die Messe mit Slowenien und 22 Bahnen, und Jule Wenzel war jeden Tag mit dabei. Das aber hat ihr so gut gefallen, dass sie im nächsten Jahr wieder mitwollte – und seitdem auf jeder Frankfurtmesse dabei war.
Und nicht nur dabei: Jule ist in den geistesgegenwärtigen Gebrauch meiner Kamera hineingewachsen, merkt sich Standnummern und erklickert aus Ihrem smarten Flachglastelefon alle Antworten heraus, die ich sie jemals erfrage, von Standnummer bis Gleisnummer. Und die Branche hat sie ins Herz geschlossen,
Inzwischen ist aber auch Jule vier Jahre weiter und studiert, aber den Schluss der Messe will sie sich am Wochenende doch geben und begleitet mich heute und morgen.
Wie wir alle.
VIERTES INTERVIEW DIESER MESSE: DR. MANFRED LÜTZ
Der prominente Psychologe und Theologe Dr. Manfred Lütz brachte 2009 sein Buch Irre – wir behandeln die Falschen heraus. Seitdem ist er gesuchter Interviewpartner und Talkshowgast, und er ließ weitere Bücher über Gott und die Welt folgen. Anlässlich des neuen Bestsellers Churchills Augen, Kösel-Verlag, nimmt er die Leser wieder mit auf eine neue Rundreise durch Geschichten, Anekdoten und Erklärungen aus der Welt der Psychiatrik. Als er meine Ohren sieht, beginnt er gleich, mich zu roasten und mir Diagnosen anzubieten, weil er glaubt, ich hielte mich für einen Hasen.

TEXT WIRD NACHGEREICHT, SOBALD FREIGEGEBEN!


WAS ICH SAH UND WEN ICH TRAF
Die Zettelwand ist ein beliebtes Interaktionsmedium, das nicht über die körperlichen und seelischen Gefahren einer Glücksraddrehung verfügt, und der Content wird von den Usern selbst erstellt.




Wenn sich CosPlayer in Halle 4.1 verirren: Belle im Ballkleid!


Und das waren bisher die einzigen drei CosPlayer, die ich gesehen habe. Man muss allerdings auch an den richtigen Orten suchen, und ich habe fünf Tage gebraucht, bis ich endlich die Masuri-Bühne gefunden habe. (Gefunden, aber noch nicht fotografiert.)
Ich bin gespannt auf den Sonntag, aber das CosPlay, das in Frankfurt seinen Anfang nahm, ist inzwischen in Leipzig zuhause.
WALK ACTS
Walk Acts gehören genau so zu Messen wie Besucher und Pommes. Sozusagen Verlagswerbung in Form eines Maskottchens, das im Riesenkopfkostüm umherläuft, einfach für den Anblick. Für die Privatbesucher am Wochenende werden die meisten Walk Acts gebucht, und dann darf sich irgendeine arme Sau ein kompliziertes Kostüm aus Eimzelteilen umschnallen, das von innen bestimmt klasse riecht und dessen Krönung dann das Aufsetzen des Kopfteils ist, um bei uns ein Wiedererkennen zu evozieren.




Und dann erblicke ich meine Nemesis. Wenn eine Figur von hinten aussieht wie ein Skrotum, dann verweist das unweigerlich auf Designprobleme, die dem Schöpfer Thomas Goletz schon immer egal waren:


Ach, und Oliver Zille war auch da!

MITTAGESSEN
Ich habe endlich das Philly Cheese Steak kosten können! Erfunden in Philadelphia, wird schlicht kurz gebratenes, geschnetzeltes Beefsteak im Weizenbrötchen mit geschmolzenem Käse und Schmorzwiebeln dargereicht.
Mein Problem mit dem Essensfoto ist allein:

Auf der Agora nehmen wir zusammen ein feines Mittagessen ein:

Maren Ongsiek (Börsenverein), Meike Bäumer (mind:set), Jule Wenzel (Lehramt Grundschule), Silly Philly (BuchMarkt) und Nina George (Nina George!!!).
Aber wie war denn nun mein Fazit?

Mein Fazit: Das Philly Cheese Steak war eine Riesensauerei. Es gibt keine Möglichkeit, das würdevoll, anständig oder nicht ohne Verlust seiner Menschlichkeit zu verspeisen. Aber: Jeder Bissen hat sich gelohnt. Oh Gott, war das lecker.
Nun fehlt mir der Vergleich, weil es mein erstes war. Egal wie lecker es gewesen sein mag: Ich habe keine Ahnung, ob das ein gutes oder ein durchschnittliches Philly Cheese Steak war. Aber es war ein Philly Cheese Steak, und ich bin nun ein besserer Mensch.
Also satt.
SCHNAPPSCHÜSSE
In Halle 5.0 hat die Buchmesse eine Crime World installiert! Fotoboxen, Fitzek-Stand und allerlei Gemorde bilden hier die Attraktionen. Es gibt sogar einen „echten“ Tatort, zu dessen Spurenssicherung man aufgefordert ist!

Kathrin Friedel vom MVB und ich gucken durch die Symbollupe!

Messe-Mayer bedeutet:

Buchhändlerin Sonja Lehmann von der Buchhandlung Bücherwurm in Borken stellt uns dieses Foto zur Verfügung, und mein lieber Kollege und Mentor Carsten Tergast die kongeniale Bildunterschrift:

Dank und Gruß an beide, wenigstens den Tergast habe ich auch persönlich treffen und umarmen können. Extra ohne Foto!
PROMIS VOR DIE LINSE
Aber abgesehen vom Leeraner Freitextpolitiker Tergast habe ich tatsächlich auch ein paar Leute fotografiert und nicht nur belegte Brote und Mainzelmännchen.

Nur noch schnell 148.713 Mails checken: Armin Rohde.

…wahrscheinlich, weil ich grad laut „Nackidei“ gegröhlt hatte. Kurze Nachricht an Dirigent Alexander Franz: Liebe Grüße!
Und wenn wir schon Rolf Zuckowski ablichten, dann auch seinen direkten Wohnnachbarn aus seiner Hamburger Residenz:

Dieser O. Waalkes war schwer zu fotografieren, denn anscheinend bringt er eine Riesenfanbase mit:

Da stelle ich mich jetzt aber nicht an. Ich brauche kein Foto von Otto.

Das weiß selbst Google:

Und durchaus kein Alleingang, denn irgendwie musste Jule ja erst mal in die VIP-Flure kommen, und einer musste diesen ganzen Coup planen und dann zum richtigen Zeipunkt Guido Maria Kretschmer ablenken. Das war ein kleines Heist-Projekt von Penguin Random House und BuchMarkt und wird wahrscheinlich in den Jahren in meinem Kopf immer glorioser.
Besonders schöner Schnappschuss des marmeladigsten, klebrigsten, stückigsten und spielplatzfreundelosesten Aprikosenkindes Deutschlands: Kulturstaatssortierer Wolfram Weimer!

(Denn Judith Merchant ist die Autorin von Aprikosenkind, erschinen bei Kiepenheuer und Witsch. Danke für die Werbung, Wolle!)
Der ehemalige Formel-Eins-Fahrer Ingolf Lück stellt das Buch Nuno Nasenbär vor, das er allein mit seiner Nase geschrieben und im CalmeMara-Verlag herausgebracht hat!

Die schwebende Brille auf der Leinwand sieht eigentlich aus, als wäre sie ihm gerade von der Nase geflogen. Moment nur:

Beim S.Fischer-Verlag lässt mich Theresa Schenkel an den Stand, um ein exklusives Foto vom Friedenspreisträger Philippe Sands zu knipsen. Das ist das Foto, das ich posten soll:

Ich würde aber viel lieber dieses hier posten, das nur wenige Sekunden vorher entstanden ist:

ZUM GELEIT
Und das war mein unvollständiger, aber langer Samstag, denn das Interview mit Dr. Manfred Lütz wird an dieser Stelle noch nachgereicht, sobald es freigegeben ist. Mit einem Messewochenende dazwischen könnte es auch Montag werden, aber die meisten Klicks kommen eh erst nach der Messe.
Wie heute früh versprochen, verwandelte sich der bahnhofsaffine Trübhimmel vom Morgen bald in kaiserliches Postkartenwetter:

Gestern hatte ich keinen Cat-Content gebracht, weil ich dachte, jetzt ist aber mal gut. Aber schon allein für Claudia Holzer vom Usborne-Verlag:

Der Preis für das schönste Abschlussbild geht heute an mich selber:

Nun, dann bleibt nur noch:
Der Sonntag!
Ihr und Euer
Matthias Mayer

Warum Karel Čapek recht hatte, Teil 5 von 6








