Aus der Werkstatt der Verlage Kristine Listau und Jörg Sundermeier: „Das Alleinsein tut uns allen nicht gut, wir brauchen den sozialen wie intellektuellen Austausch!“

Die Serie „Aus der Werkstatt der Verlage“ geht heute weiter mit dem Editorial von Kristine Listau und Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag):

Kristine Listau und Jörg Sundermeier: „Mit Cordula killt Dich!  erscheint erstmals wieder – in erweiterter Neuausgabe – jener Roman, der den literarischen Ruhm Dietmar Daths begründete (und den Verbrecher Verlag)“

Liebe Freund:innen des Verbrecher Verlags,

gerade in der Pandemie haben sich die Verwerfungen in der Gesellschaft immer stärker offenbart, oft etwa werden keine Argumente mehr ausge- tauscht, sondern immer grellere Verdächtigungen und hanebüchenere Unterstellungen ausgesprochen. Das Alleinsein tut uns allen nicht gut, wir brauchen den sozialen wie intellektuellen Austausch – ohne das Leben (unser wie anderer) zu riskieren. Da können Bücher sehr hilfreich sein und genau das ist unser Metier.

Im Herbstprogramm 2021 beschäftigen wir uns auf die ein oder andere Weise mit der Frage nach der Zukunft der menschlichen Vernunft.

In der Belletristik sind viele starke Romane vertreten, etwa die berührende Generationengeschichte »Vater und ich« von Dilek Güngör oder der Roman »Verfluchte Misteln« von Nataša Kramberger, in welchem eine junge Autorin den Bauernhof ihrer Mutter übernimmt. In Giwi Margwelaschwilis großem nachgelassenen Roman »Der Leselebenstintensee« fragen Buchpersonen nach dem Sinn ihres Seins, in Eugen Egners Grotesken »Ihr Radio hat eine wichtige Nachricht für Sie!« wird der Sinn ad absurdum geführt. David Wagner lehrt uns auf wunderschöne Weise, wie das »Verlaufen in Berlin« geht, und mit »Cordula killt Dich!« erscheint erstmals wieder – in erweiterter Neuausgabe – jener Roman, der den literarischen Ruhm Dietmar Daths begründete (und den Verbrecher Verlag).

„Im Herbst beschäftigen wir uns auf die ein oder andere Weise mit der Frage nach der Zukunft der menschlichen Vernunft“ (Durch Klick zum Blättern im Programm)

In unserem Sachbuchprogramm findet sich der Titel »Pflegeprotokolle« von Frédéric Valin, in dem Men schen, die Care-Arbeit leisten, über ihre Arbeitssituation berichten. So viel kann gespoilert werden: Sie war schon vor Corona schwierig. Der Band »Brotjobs & Literatur« dagegen lässt Schriftsteller:innen darüber sinnieren, wie sie ihr Auskommen sichern. In »Auf dem Klo habe ich noch nie einen Schwan gesehen« sprechen Personen wiederum darüber, wie man es schafft, 30 Jahre lang einen demokratisch verwalteten Kulturort wie das Leipziger Conne Island zu erhalten.

In »Gojnormativität« erklären Judith Coffey und Vivien Laumann, wie Alltagsantisemitismus funktioniert, während Peter Bierl in »Unmenschlichkeit als Programm« zeigt, wie sehr auch Linke radikalem Antihumanismus verfallen können.

In unseren wissenschaftlichen Bänden »kamalatta lesen« und »Literatur im politischen Kampf« schließlich wird die Literatur(geschichte) auf ihre Wider- ständigkeit hin untersucht.

Unsere Vorschau beginnen wir mit dem preis gekrönten Essay »Laubwerk« von Marion Poschmann – und wünschen Ihnen viel Freude mit dem Nachdenken über die Stadtbäume und unser Programm!

Bleiben Sie gesund und uns gewogen,

Ihr Verbrecher Verlag

Zuletzt brachten wir den Werkstattbericht des Verlages Weissbooks

 

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